Gebet in Rom mit Kardinal Farrell für George Floyd

Kardinal Kevin Farrell
Foto: CNA Deutsch / Daniel Ibanez

Der US-amerikanische Kardinal Kevin Farrell wird am heutigen Freitag um 19 Uhr an einer Gebetsveranstaltung in Rom für den verstorbenen George Floyd teilnehmen.

Farrell, der Präfekt des "Dikasteriums für Laien, Familie und Leben" des Vatikans, ist der ranghöchste US-Prälat in Rom.

Das Gebet findet in der Kirche Santa Maria in Trastever statt. In einer Pressemitteilung des Veranstalters, der der "Gemeinschaft Sant'Egidio", heißt es man werde auch für eine "friedliche Koexistenz" in den USA beten, die von Protesten erschüttert wird, seit Floyd am 25. Mai in Polizeigewahrsam getötet wurde.

Den Rassismus, aber auch die andauernde Gewalt bei Krawallen und Protesten in den USA hat Papst Franziskus am Mittwoch bei einer Übertragung aus dem Vatikan verurteilt. Er betete um die Fürsprache Unserer Lieben Frau von Guadalupe für Frieden und Versöhnung in den USA, und rief persönlich am Mittwoch Bischof Mark Seitz von der Diözese El Paso an, nachdem dieser  an einer Demonstration gegen Rassismus teilgenommen hatte, um für George Floyd zu beten.

Seitz berichtete der lokalen Nachrichtenseite "El Paso Matters", dass er den zwei- bis dreiminütigen Anruf von Papst Franziskus am Morgen des 3. Juni erhalten habe.

Sie sprachen miteinander auf Spanisch, so Seitz. Papst Franziskus habe ihm gratulieren wollen.

"Ich habe dem Heiligen Vater gegenüber zum Ausdruck gebracht, dass ich es für unerlässlich halte, unsere Solidarität mit denen zu zeigen, die leiden", fügte der Bischof hinzu.

Floyd wurde am 25. Mai bei einer Festnahme durch die Polizei von Minneapolis getötet. Er wurde festgenommen, weil er versucht hatte, einen gefälschten 20-Dollar-Schein zu benutzen. Videos zeigen einen auf dem Bauch liegenden Floyd, der wiederholt sagt: "Ich kann nicht atmen" und dabei stöhnt, während ein Polizeibeamter fast acht Minuten lang auf seinem Nacken kniet und andere Beamte tatenlos zuschauen.

Floyd wurde in ein örtliches Krankenhaus gebracht, wo er wenig später verstarb. Sein Tod löste landesweit Proteste aus, auf die Plünderungen und Ausschreitungen in zahlreichen Städten folgten.

Kevin Farrell, ein gebürtiger Ire und US-Bürger, war Bischof von Dallas, als der Papst ihn 2016 zum Präfekten des neu gegründeten "Dikasteriums für Laien, Familie und Leben" ernannte.

Im Jahr 2019 ernannte ihn Papst Franziskus zum Camerlengo der Heiligen Römischen Kirche und übertrug ihm die Verantwortung für die Vorbereitung der päpstlichen Konklaven und die Leitung der Verwaltung des Heiligen Stuhls in der Zeit zwischen dem Tod oder Rücktritt eines Papstes und der Wahl eines neuen Papstes.

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