Gedenken, keine öffentliche Veranstaltung: "Tag der Märtyrer" zum 40. Todestag Romeros

Wegen der Coronavirus-Pandemie musste der "Tag des Gebets und Fastens" im Gedenken der Blutzeugen eingeschränkt werden

Ordensfrauen mit dem Bild Oscar Romeros in der Kathedrale von Panama am 26. Januar 2019
Foto: OficialJMJ201

Gebet und Fasten für die Blutzeugen des christlichen Glaubens – am 40. Jahrestag des heiligen Oscar Romero: Einen besonderen Gedenktag der christlichen Märtyrer begehen am heutigen 24. März die Päpstlichen Missionswerke in Italien – auch wenn wegen der Coronavirus-Krise alle öffentlichen Veranstaltungen dazu entfallen müssen. 

Die Initiative beschreibt sich als "Tag des Gebets und des Fastens", berichtet "Fides".

Die Bischofskonferenz von El Salvador hatte eigentlich anlässlich des 40. Jahrestages des Todes von Oscar Romero ein "Jubiläumsjahr der Märtyrer" ausgerufen, um an die Blutzeugen des Landes zu erinnern, darunter Pfarrer Rutilio Grande, Erzbischof Oscar Arnulfo Romero und Pfarrer Cosme Spessotto. Die Corona-Pandemie hat die Bischöfe jedoch gezwungen, alle öffentlichen Feierlichkeiten und Versammlungen auszusetzen und auch zum Gedenktag der italienischen Jungendmissionsbewegung – Missio Giovani – dürfen keine öffentlichen Initiativen stattfinden.

"An Befreiungstheologie nicht interessiert"

Oscar Arnulfo Romero wurde am 15. August 1917 in Ciudad Barrios, östlich von El Salvador geboren und von Papst Paul VI. im Jahre 1977 zum Erzbischof von San Salvador ernannt.

Sein pastoraler Dienst zeichnete sich durch die Verteidigung der Menschenrechte inmitten eines aufkommenden Bürgerkriegs zwischen der linken Guerilla und der rechtsextremen Regierung aus.

Von Anhängern der – von seinem Werk inspirierten – Befreiungstheologie als Held gefeiert, war Romero laut seinem Biographen "nicht an der Befreiungstheologie interessiert", wie CNA berichtete, sondern hielt sich treu an die katholische Lehre für eine bevorzugte Option für die Armen: Revolution war für ihn Ausdruck innerer Bekehrung.

Das geistliche Leben des Heiligen orientierte sich an der Spiritualität des Opus Dei, auch wenn er alles andere als politisch konservativ in seinem Umfeld agierte: Soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit in El Salvador führten in den 1970ern zu Demonstrationen und Aufständen gegen die Regierung. Diese versuchte, mit Todesschwadronen und anderen brutalen Repressalien, die Proteste zu unterdrücken.

Von 1979 bis 1992 kämpften Pro-Regierungskräfte gegen linke Guerilla-Gruppen in einem Bürgerkrieg, der rund 75.000 Menschen das Leben kostete. Wie viele andere Priester sprach sich Erzbischof Romero angesichts dieser "Zeichen der Zeit" gegen die unmenschlichen Vorgänge im Land aus. Zahlreiche katholische Kritiker wurden von der Regierung ins Visier genommen.

Mit großem Mut und innerer Entschlossenheit tadelte Oscar Romero die soziale Ungerechtigkeit, die Unterdrückung der Armen, die unmenschlich brutale Vorgehensweise des Militärs an.

Als ein eng befreundeter Priester und Lehrer auf dem Weg zur Messe erschossen wurde, ließ sich Romero nicht von den politischen Machthabern einschüchtern. Im Gegenteil: Seine Kritik gewann an Deutlichkeit.

Vor seiner Ermordung im Jahr 1980 waren bereits 30 Priester seiner Erzdiöese entweder umgebracht oder des Landes verwiesen worden; zahlreiche katholische Laien erlitten das gleiche Schicksal.

Am 24. März 1980 wurde Romero nach der Feier des heiligen Messopfers vor einer Kapelle erschossen. Am 3. Februar 2015 hat Papst Franziskus sein Martyrium anerkannt und am 24. Mai desselben Jahres wurde er von Kardinal Angelo Amato, dem Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, in San Salvador seliggesprochen.

Am 14. Oktober 2018 erhob Papst Franziskus ihn in Rom zur Ehre der Altäre.

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