Häuser, Grundstücke von Christen in Kurdistan systematisch und illegal enteignet

Christliche Flüchtlinge im Heiligtum von Mrtshmony, einer katholischen Wallfahrtskirche in Erbil (Nordirak).
Foto: Kirche in Not

Auch nach dem Ende der IS-Kämpfe werden in der Provinz Dohuk in der irakischen Region Kurdisten Christen offenbar systematisch ihrer Immobilien, ihres Grunds und Bodens beraubt. 

Das Präsidentenamt der autonomen irakischen Region Kurdistan hat deshalb die Regionalregierung angewiesen, eine Kommission zu bilden: Sie soll die illegalen Enteignungen des Eigentums von Christen durch kurdische Clans und Einzeltäter prüfen, dokumentieren und verfolgen. Das berichtet das Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke.

Die Kommission soll auch eine Art Landkarte des Eigentums von Christen anfertigen, das in den Jahren der Belagerung der nordirakischen Gebiete im Zusammenhang mit den Eroberungen des Islamischen Staates (IS) illegal enteignet wurde. Die Arbeit der Kommission soll auch weitere Enteignungen verhindern.

Enteignungen von Grundstücken und Immobilien christlicher, assyrischer und chaldäischer Familien in der Region Kurdistan wurde bereits im Jahr 2016 angeprangert, berichtet "Fides".

Die Enteignungen von kurdischen Mitbürgern in die Wege geleitet, die einzeln oder koordiniert mit anderen Mitgliedern ihres Clans vorgingen. Bereits zum damaligen Zeitpunkt berichtete Michael Benjamin, Direktor des Ninive-Studienzentrums, dass es allein in der Provinz Dohuk eine Liste von 56 Dörfern gab, in denen Grundstücke christlicher Familien illegal enteignet wurden. Am 13. April 2016 organisierten einige hundert syrische, chaldäische und assyrische Christen aus der Region Nahla vor dem Parlament der Autonomen Region Kurdistan eine Demonstration, um gegen illegale Enteignung durch einflussreiche Kurden zu protestieren, die bereits mehrfach erfolglos bei den zuständigen Gerichten angezeigt worden waren, so "Fides".

Besonders Grundstücke und Häuser von Christen sind demnach betroffen, die das Gebiet verlassen haben, um regionalen sektiererischen Konflikten zu entkommen, die mit zunehmender Gewalt nach den militärischen Interventionen internationaler Bündnisse ausbrachen.

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