Indonesische Franziskanerinnen von Reute gründen eigenständige Schwesterngemeinschaft

Kloster Reute
Andreas Praefcke / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Die indonesischen Franziskanerinnen von Reute gründen eine eigenständige Schwesterngemeinschaft. Von den etwa 300 Franziskanerinnen stammen derzeit etwa die Hälfte aus Indonesien und sind überwiegend auch dort tätig. Vor diesem Hintergrund hatte das Generalkapitel der Franziskanerinnen und das Regionalkapitel in Indonesien im Jahr 2022 den Schritt beschlossen, der nun vom Vatikan bestätigt wurde.

„Der indonesische Teil des Ordens hat einen enormen Zulauf an jungen Frauen, die ihren christlichen Glauben leben und sich im Gesundheitsbereich, in Bildung, Erziehung und Seelsorge betätigen möchten – keine Selbstverständlichkeit in einem Land, in dem weltweit die meisten muslimischen Gläubigen leben“, berichtete das Bistum Rottenburg-Stuttgart, wo sich das Mutterkloster Reute befindet, am Freitag.

„Gerade für junge Frauen christlichen Glaubens öffnet der Weg zu den Franziskanerinnen Perspektiven“, hieß es weiter. „Sie erhalten in der Ordensgemeinschaft eine Ausbildung, die viele Familien für ihre Töchter nicht finanzieren können, und übernehmen Tätigkeiten zum Wohle der Menschen an vielen Orten im Land.“

Hatte man in den letzten Jahren bereits „eine gut funktionierende Struktur“ für die Zusammenarbeit des deutschen und des indonesischen Teils der Ordensgemeinschaft aufgebaut, so werde diese „nun in einen eigenständigen Orden überführt“.

„Die neue Gemeinschaft wird dem Bischof von Sibolga zugeordnet sein“, so das Bistum Rottenburg-Stuttgart. „Die päpstliche Erlaubnis dafür ist das Ergebnis einer umfassenden und gut [strukturierten] Vorbereitung, die alle wichtigen Gremien der Gesamtgemeinschaft mit auf den Weg gebracht haben.“

Die Franziskanerinnen von Reute haben ihren Ursprung in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als fünf junge Frauen zunächst in Ehingen an der Donau damit begannen, den kranken Menschen der Stadt zu helfen. Die Gemeinschaft, die bald nach Reute umzog, wuchs schnell an und umfasste im Jahr 1940 fast 1.800 Professschwestern, wobei der Niedergang an Berufungen wenige Jahrzehnte später deutlich zu erkennen war.