Israels Premierminister würdigt Benedikt XVI. als „wahren Freund“ des jüdischen Volkes

Benjamin Netanyahu
Foto: Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat „der christlichen Welt“ im Namen aller Bürger seines Landes sein „tiefes Beileid zum Tod von Papst Benedikt XVI.“ ausgesprochen. Der deutsche Papst sei ein wahrer Freund des jüdischen Volkes gewesen.

„Er war ein großer geistlicher Führer, der sich voll und ganz für die historische Versöhnung zwischen der katholischen Kirche und dem jüdischen Volk einsetzte, was er bei seinem historischen Besuch in Israel im Jahr 2009 auf bewegende Weise zum Ausdruck brachte“, so Netanyahu. „Bei meinem Treffen mit ihm sprach er herzlich über das gemeinsame Erbe von Christentum und Judentum und die Werte, die dieses Erbe der gesamten Menschheit vermittelt.“

„Wir werden ihn als einen wahren Freund des Staates Israel und des jüdischen Volkes in Erinnerung behalten“, betonte der Premierminister.

Im Jahr 2009 war Papst Benedikt XVI. zunächst nach Jordanien gereist und von dort weiter nach Israel. An der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sagte er: „Die katholische Kirche, in Verpflichtung zur Lehre Jesu und in der Absicht, seine Liebe zu allen Menschen nachzuahmen, empfindet tiefes Mitgefühl für die Opfer, derer hier gedacht wird. Ebenso ist sie all denen nahe, die heute aufgrund von Volkszugehörigkeit, Hautfarbe, Lebensbedingungen oder Religion verfolgt werden – sie teilt ihre Leiden und macht sich ihre Hoffnung auf Gerechtigkeit zu eigen.“

Beim Abschied aus Israel betonte Papst Benedikt rückblickend: „Auf die Zeremonie beim Präsidentenpalast folgte einer der feierlichsten Augenblicke meines Aufenthalts in Israel – mein Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, wo ich den Opfern der Schoah meine Ehre erwiesen habe. Dort traf ich auch mit einigen Überlebenden zusammen.“

„Diese tief bewegenden Begegnungen brachten mir meinen Besuch vor drei Jahren im Vernichtungslager Auschwitz in Erinnerung, wo so viele Juden – Mütter, Väter, Eheleute, Söhne, Töchter, Brüder, Schwestern, Freunde – durch ein gottloses Regime, das eine Ideologie des Antisemitismus und des Hasses verbreitete, brutal ausgetilgt worden sind“, so der Pontifex weiter. „Dieses entsetzliche Kapitel der Geschichte darf nie vergessen oder geleugnet werden!“

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