Jeder Zweite unzufrieden mit kirchlichem Umgang mit Missbrauch

Bischöfe bei Tagung
Foto: Kate Veik / CNA Deutsch

Fast jeder zweite Deutsche (49 Prozent) ist der Meinung, dass die katholische Kirche in Deutschland nicht energisch gegen Missbrauch innerhalb der eigenen Reihen vorgeht. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts "INSA Consulere", die im Auftrag der "Tagespost" durchgeführt wurde. Nur 29 Prozent der Befragten sind gegenteiliger Auffassung; 16 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen. 

Auch unter den katholischen Befragten ergibt sich ein ähnliches Bild: 47 Prozent von ihnen sind der Ansicht, dass die katholische Kirche in Deutschland nicht energisch gegen Missbrauch innerhalb der eigenen Reihen vorgeht, während 32 Prozent der Kirche ein energisches Vorgehen attestieren. Relativ am besten schneidet der Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen noch bei freikirchlichen Befragten ab: 35 Prozent sehen ein energisches Vorgehen, 32 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Am kritischsten ist die Gruppe der Konfessionslosen: Von ihnen zeigten sich 55 Prozent unzufrieden mit dem Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen in den eigenen Reihen.

 Die Erhebung, für die 2.068 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 28. und dem 31. August befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Altersgruppen auf. Je älter die Befragten sind, desto häufiger teilen sie die Meinung, dass die katholische Kirche energisch gegen Missbrauch vorgeht. Während dies in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen lediglich 18 Prozent mit dem kirchlichen Vorgehen zufrieden waren, beträgt der Wert bei den über 60-Jährigen 37 Prozent. In jeder Altersgruppe gab jedoch eine relative Mehrheit an, mit dem Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauch in den eigenen Reihen nicht zufrieden zu sein. 

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: "Ich bin der Meinung, dass die katholische Kirche in Deutschland energisch gegen Missbrauch innerhalb der eigenen Reihen vorgeht."

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