Kanadisches Gericht bestätigt Verbot religiöser Symbole

Halskette mit Kreuz
Foto: Carolina Grabowska / Pixabay (CC0)

Weder muslimisches Kopftuch noch christliches Kreuz sind Lehrern, Polizisten, Richtern und anderen Beamten im kanadischen Quebec erlaubt: Das hat ein Gericht nun bestätigt – zumindest teilweise.

Eine Ausnahme besteht für existierende Angestellte, berichtet die Catholic News Agency (CNA). Das Gerichtsurteil vom 19. April schuf zudem Ausnahmen für die Minderheit englischsprachiger, öffentlicher Schulen – Quebec ist französischsprachig – und berief sich dabei auf die Rechte der Minderheitensprache, die durch die kanadische Charta der Rechte und Freiheiten geschützt sind. 

Auch Abgeordnete des Provinzparlaments von Quebec sind von dem Verbot ausgenommen, nach dem Prinzip, dass alle Personen für öffentliche Ämter wählbar sein sollten – auch, wenn sie etwa ein Kreuz um den Hals tragen.

Weihbischof Marc Pelchat von Quebec sagte gegenüber CNA am 21. April: "Wie andere Gruppen und Institutionen der Quebecer Gesellschaft nehmen wir dieses Urteil zur Kenntnis, gegen das Berufung eingelegt werden wird. Die Frage ist somit nicht vollständig geklärt."

Wie CNA Deutsch berichtete, ist die einst katholische Provinz Quebec zunehmend säkularistisch geprägt. Im Jahr 2012 bestätigte ein Berufungsgericht ein Urteil, das katholische Schulen dazu zwang, einen von der Provinz vorgeschriebenen Religions- und Ethikkurs zu unterrichten und gleichzeitig die Lehrer daran hinderte, aus einer katholischen Perspektive zu unterrichten.

Ein Kruzifix, das seit 1937 an der Mauer des Rathauses der Hauptstadt von Quebec hing und die Amtsträger daran erinnerte, dass Gott ihre Entscheidungen leiten soll, wurde 2019 wegen einer Renovierung abgehängt – und nie wieder aufgehängt.

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