Katholische Universitäten in Spanien bringen Wissen und Solidarität in die ganze Welt

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Foto: Yannik Pulver / Unsplash
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Argentinien, Uganda, Äthiopien, Burundi, Marokko, Nepal oder die Demokratische Republik Kongo sind einige der Ziele, die Dutzende Studenten und Professoren von spanischen katholischen Universitäten aufsuchen, um einen Teil ihrer Ferien der Hilfe für bedürftige Gemeinden zu widmen.

Berufe aus dem Gesundheitswesen sind am stärksten in das Programm involviert, da sie mit lebenswichtigen Bereichen zu tun haben, aber sie sind nicht die einzigen.

Neben den angehenden Ärzten und Krankenschwestern bzw. -pflegern nehmen auch Psychologen, Studenten der experimentellen Wissenschaften oder der Gastronomie an der Mission der Universitäten teil.

Eine Gruppe aus Medizin- und Krankenpflegestudenten der Universität Navarra hat im Monkole-Krankenhaus (Demokratische Republik Kongo) ein Programm zur Erkennung und Behandlung von Gebärmutterhalskrebs entwickelt. Gebärmutterhalskrebs ist die am weitesten verbreitete onkologische Erkrankung bei Frauen im Land. Es gibt jedoch kein Früherkennungssystem oder Impfprogramm.

Das mittelfristige Ziel des Programms unter der Leitung von Luis Chiva, Onkogynäkologe und Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Navarra, ist es, die Inzidenz dieser Krebserkrankung in der Region Monkole von 30 bis 35 Fällen pro 100.000 Einwohner auf 4 bis 6 Fälle zu reduzieren.

Insgesamt 82 Studenten unterschiedlicher Studiengänge der Universidad Francisco de Vitoria (UFV) in Madrid unterstützen ihrerseits sechs internationale Programme in Äthiopien, Argentinien, Peru, Uganda und Marokko. Die UFV listet diese Erfahrungen als eines ihrer Hauptziele: "In allen Studenten ein soziales Gewissen entwickeln." Dies entspricht der Mission des Dienstes am Gemeinwohl, dem sich die Universität verschrieben hat.

Im Rahmen dieses Zieles und dieser Mission wählt die Universität Programme aus, die unter dem Titel "Misiones Solidarias Internacionales" (Internationale Solidarische Missionen) laufen und einige Anforderungen erfüllen, darunter jene, sich vollkommen mit dem Grundauftrag der UFV zu decken: "Unsere Mission ist, eine Universitätsgemeinschaft von Menschen aufzubauen, die die Wahrheit und das Gute suchen und die durch ihre Ausbildung und ihre Führung die christliche Umwandlung der Gesellschaft und Kultur fördern."

"Es ist nicht notwendig, Heldentaten zu vollbringen, um unsere Umgebung zu verändern, manchmal reicht ein Lächeln oder ein Dankeschön", erklärt ein Student der UFV, der an diesen Programmen teilgenommen hat.

Für die UFV gehen diese internationalen Solidaritätsmissionen "über die Grenzen bloßer Hilfeleistung hinaus"; sie bedeuten eine akademische Erfahrung, "die über die Aulen hinausgeht und eine tiefgreifende Veränderung der Sicht auf die Welt und die Gesellschaft vermittelt".

Von Burundi bis Nepal

Nach zwei Jahren hat die Universidad Villanueva ihr Programm "Villanueva Solidaria" wieder aufgenommen, das aus einem Verein entstand, der vor 15 Jahren von ehemaligen Studenten gegründet worden war.

Mehr als 20 Freiwillige sind für einen Monat nach Burundi gereist, wo sie in einer Schule in der Stadt Ndava ein Zeltlager für 150 Kinder organisieren.

Vormittags unterrichten sie Musik, Englisch, Religion und erteilen Handwerkskurse. Am Nachmittag führen sie eher spielerische Aktivitäten mit den Kindern durch.

Darüber hinaus arbeiten sie mit den Missionarinnen der Nächstenliebe zusammen, die von der heiligen Teresa von Kalkutta gegründet wurden: In der Provinz Kirundo im Norden des Landes kümmern sie sich um 200 verlassene oder verwaiste Babys und fast 100 alte Menschen, die krank oder geistig behindert sind.

Diese Mission hatten sie in den vergangenen Wochen vorbereitet und durch verschiedene Aktivitäten die notwendigen finanziellen Mittel dafür gesammelt, darunter Solidaritätsmärkte, Materialsammlungen und der Start des Villanueva Solidaritätsfestivals, an dem verschiedene Musikgruppen von Studenten teilgenommen hatten.

Die Katholische Universität Valencia führt ihrerseits ein Projekt an der Grundschule Shree Saraswati in der Stadt Phuleli in Nepal durch, wobei hauptsächlich die Unterstützung des Bildungs- und Gesundheitsbereiches anvisiert ist.

So unterstützen die Studenten beispielsweise das örtliche Gesundheitszentrum mit einer mobilen Klinik; dabei erwerben sie gleichzeitig eine notwendige "Gesundheitsalphabetisierung" in den Bereichen der Grundhygiene, der Mund- und Zahnhygiene, der Ersten Hilfe etc.

Ebenso führen sie ein Forschungsprojekt zur Erstellung einer medizinischen Diagnose des Distrikts Solukhumbu durch.

Im pädagogischen Bereich bieten sie Englischunterricht, mündlichen und schriftlichen Verständnisunterricht, sowie Ethik und Unterricht in Nachhaltigkeit an. Zudem helfen sie bei der Instandsetzung der Schule und des Gebäudes für die freiwilligen Helfer.

Außerdem errichten sie eine technologische Infrastruktur, die es der Gemeinde ermöglicht, über ein gemeinschaftliches WLAN-Netz zu verfügen.

Die Projektleiterin Mayte Murillo betont, "zu hören, was andere erlebt und gelernt haben", wecke "Berufungen zur internationelen Mithilfe".

Sie fügt jedoch hinzu: "Es ist nicht jedermanns Sache; der Wille allein reicht nicht aus, um nützlich zu sein. Ausbildung, Verantwortungsbewusstsein und Ethik sind bei all unseren Aktivitäten fundamental. Ebenso ist es grundlegend, eine hervorragende Pflege und Versorgung zu bieten, auch bei knappen Ressourcen."

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