Kirche prüft Fall einer 'weinenden' Statue der Muttergottes

Marienstatue
Foto: myibean/shutterstock
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Das Bistum Las Cruces im US-Bundesstaat Neumexiko untersucht den Fall einer Statue der Heiligen Jungfrau Maria, von der einige Katholiken sagen, dass sie seit mehr als einem Monat "weint".

Bischof Oscar Cantú berichtete am 15. Juli über die diözesane Untersuchung der angeblich "weinenden" Statue der Jungfrau Maria.

Das gegossene Bronzebild der Muttergottes von Guadalupe ist bereits ein beliebter Ort für Beter in der Kirche in der 30.000-Seelen-Gemeinde Hobbs, unweit der Grenze zum Nachbarstaat Texas, und im Süden angrenzend an Mexiko.

Die offenbar weinende Statue der Seligen Jungfrau in Hobbs. (Photo: Diözese Las Cruces)

Im Mai 2018 berichteten Gläubige der Pfarrei zum ersten Mal, dass aus der Statue "Tränen" strömten.

Einige berichten auch, einen angenehmen Geruch um die Statue herum wahrgenommen zu haben, so Bischof Cantú am vergangenen Sonntag.

"Einige behaupteten, es roch nach Rosen, in etwa so wie das Öl, das ich jedes Jahr segne und weihe, das wir zur Taufe, zur Firmung und zur Priesterweihe verwenden."

Bisher bestätigt die Untersuchung zumindest diese Darstellung: Um die Herkunft und Art der Tränen zu bestimmen wurden Proben zur chemischen Analyse geschickt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Tränen aus einem duftenden Olivenöl hergestellt wurden.

Auch die Statue selbst wird untersucht. "Wir untersuchten das Innere der hohlen Statue", sagte Cantú zu Reportern. "Es gibt nichts im Inneren, was nicht da sein sollte, außer Spinnweben. Also machten wir Fotos, wir untersuchten es."

Die Ermittler vermuteten, dass die Risse durch Wachsreste aus dem Gießprozess entstanden sein könnten, aber dies scheint nun ausgeschlossen zu sein. Cantú sagte, dass die Hersteller ihnen versichert hätten, dass die Hitze des Gießprozesses es unmöglich mache, dass Feuchtigkeit in der Statue zurückbleibt. Auf die Möglichkeit angesprochen, dass die weinende Statue ein Schwindel sein könnte, sagte der Bischof, er wisse nicht, wie dies möglich sei.

Am 11. Juli wurde bekannt gegeben, dass Bischof Cantú zum Bischofskoadjutor in die Diözese San José, Kalifornien, versetzt wird. Er soll dieses Amt Ende September antreten. Vor seinem Wechsel sagte Cantú, er wolle die Kirche Unserer Lieben Frau von Guadalupe besuchen, um sich die Statue anzusehen.

Bevor er eine endgültige Entscheidung über die wundersame Natur der weinenden Statue traf, sagte der Bischof, dass er Rat bei einer höheren Autorität suchen werde. "Ich überprüfe das Verfahren noch einmal", sagte er zu Reportern. "Sicher, ich habe das letzte Wort, aber ich würde mich der Weisheit von Papst Franziskus beugen."

In der Zwischenzeit strömen weiterhin Besucher zur Marienstatue in Hobbs. Auch ohne offizielle Anerkennung durch die kirchlichen Behörden ist es für viele ein bewegendes Erlebnis.

"Ich habe die meisten der schriftlichen Zeugnisse gelesen, und es sind Geschichten gewaltigen Glaubens, Geschichten von Menschen, die mit schrecklichem Leid in ihrem Leben zu kämpfen hatten und einen ungeheuren spirituellen Trost dadurch empfingen", weil Maria mit ihnen durch das Tal der Tränen gehe, sagte Cantú.

Der Bischof betonte auch, dass für viele Katholiken in der Grenzdiözese Las Cruces das Bild der Muttergottes, die mit ihnen weine, sehr wirkmächtig sei.

"Ich komme nicht umhin, an meine eigenen Tränen für die armen Menschen zu denken, die auf der Flucht vor lebensbedrohlichen Situationen an unsere Grenze kommen. Die Tränen der Kinder, die von ihren Eltern getrennt sind. Es gibt viele Gründe, warum wir Tränen vergießen würden, und Gott steht uns in diesen Momenten bei."

Die diözesanen Untersuchungen dauern an.

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