Krise in Nicaragua: Bischöfe bitten um Gebet für neuen Dialog

Flagge Nicaraguas
Foto: Millenius/Shutterstock.
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Die Bischöfe Nicaraguas haben die Gläubigen aufgefordert, für den am Mittwoch begonnenen Dialog zwischen der Regierung von Präsident Daniel Ortega und der oppositionellen Bürgerallianz für Gerechtigkeit und Demokratie zu beten.

In einer in den sozialen Medien veröffentlichten Botschaft bat Kardinal Leopoldo José Brenes Solorzano aus Managua die Gläubigen zu beten, "damit wir uns ernsthaft bemühen können, authentisch für das Gemeinwohl zu arbeiten und alle egoistischen und sektiererischen Interessen auf der Suche nach neuen Horizonten für Nicaragua abzulehnen".

Diese Horizonte, so betonte er, müssten "auf der Achtung der Menschenrechte und der Förderung einer Kultur des Dialogs und des Verständnisses" beruhen. Maria, Mutter der Kirche, bitte für uns."

Auf Facebook schloss sich die nicaraguanische Bischofskonferenz dieser Absicht von Kardinal Brenes mit der Kampagne "Lasst uns gemeinsam beten" an. Darüber hinaus baten sie Maria Unbefleckte, für das Land einzutreten.

Auf Twitter erklärte Weihbischof Silvio José Báez Ortega aus Managua am 27. Februar seine "Gebete für Nicaragua zu Beginn der heutigen Verhandlungen".

"Lasst uns auf persönliche und ideologische Interessen verzichten und die Wirtschaft nie vor die Menschenrechte stellen. Alles soll transparent sein, alle politischen Gefangenen freigelassen und die öffentlichen Freiheiten wiederhergestellt", fügte er hinzu.

Als Zeugen waren zu Beginn der Gespräche Kardinal Brenes und der Apostolische Nuntius nach Nicaragua, Erzbischof Waldemar Stanislaw Sommertag, anwesend.

Die Zeitung La Prensa de Nicaragua berichtete jedoch, dass die Regierung gegen die Teilnahme von Bischof Rolando Álvarez von Matagalpa an den Gesprächen ein Veto einlegte. Die Opposition verlangt die Anwesenheit des Prälaten.

Die Erneuerung der Gespräche findet nach fast acht Monaten seit dem ersten Versuch des Dialogs statt. Damit das Treffen am 27. Februar stattfinden kann, forderte die Opposition jedoch, dass das Regime die während der Proteste vom April 2018 verhafteten politischen Gefangenen und Demonstranten freilässt.

Nach Angaben der Opposition gibt es mehr als 700 Personen in Haft. Allerdings wurden weniger als 150 Personen freigelassen und zum Hausarrest am 27. Februar gebracht. Die Regierung hat nicht gesagt, ob in den nächsten Tagen mehr Menschen aus dem Gefängnis entlassen werden.

Neben der Freilassung der Demonstranten forderte die Bürgerallianz für Gerechtigkeit und Demokratie auch Folgendes
"die Wiederherstellung der durch die politische Verfassung festgelegten Freiheiten, Rechte und Garantien" und
"Wahlreformen, die faire, freie und transparente Wahlen garantieren."

In den Soziale Medien gaben sie an, dass "wir in diesem ersten Treffen den Fahrplan festlegen, um einen transparenten, effektiven und spezifischen Prozess zu gewährleisten".

Die Krise Nicaraguas begann, nachdem Ortega Sozialversicherungs- und Rentenreformen angekündigt hatte. Die Veränderungen wurden angesichts der weit verbreiteten, lautstarken Opposition bald aufgegeben, aber die Proteste verschärften sich noch mehr, nachdem zunächst mehr als 40 Demonstranten von Sicherheitskräften getötet wurden.

Anti-Regierungs-Demonstranten wurden von "zusammengeführten Kräften" angegriffen, die sich aus regulärer Polizei, Bereitschaftspolizei, Paramilitärs und regierungsfreundlichen Bürgerwehren zusammensetzen.

Die nicaraguanische Regierung hat angedeutet, dass Demonstranten ihre eigenen Unterstützer umbringen würden, um die Regierung Ortega zu destabilisieren.

Die Kirche in Nicaragua hat die Beschwerden der Demonstranten schnell anerkannt.

Die Rentenreformen, die die Unruhen auslösten, waren bescheiden, aber die Proteste richteten sich rasch gegen Ortegas autoritäre Gesinnung.

Ortega ist seit 2007 Präsident Nicaraguas und hat die Abschaffung der Amtszeitbegrenzung des Präsidenten im Jahr 2014 veranlasst.

Die Kirche hat vorgeschlagen, dass Wahlen, die erst 2021 stattfinden sollen, 2019 stattfinden sollen, aber Ortega hat dies ausgeschlossen.

Ortega war ein Führer der Sandinista National Liberation Front, die 1979 die Somoza-Diktatur verdrängt und in den 1980er Jahren von den USA unterstützte rechte Konterrevolutionäre bekämpft hatte. Ortega war auch von 1979 bis 1990 Staatschef Nicaraguas.

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