Land NRW: Kölner Hochschule für Theologie "derzeit Gegenstand von Gesprächen"

Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Im Hintergrund der Desenberg in der Warburger Börde
Foto: Wikimedia Commons / Kno-Biesdorf (CC BY-SA 4.0)

Die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) sei "derzeit Gegenstand von Gesprächen", erklärte ein Sprecher des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen am Montag gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Weitere Angaben machte der Sprecher indes nicht und verwies darauf, dass die Gespräche vertraulich seien.

Die Einrichtung der KHKT sowie die mögliche Verlagerung der Priesterausbildung im Erzbistum von der Bonner Universität an diesen Standort haben in den vergangenen Wochen für Diskussionen gesorgt.

Konkordatsbruch?

Kritiker der KHKT weisen darauf hin, dass das weiterhin geltende Preußenkonkordat von 1929 die Priesterausbildung im Erzbistum Köln an der Universität Bonn vorschreibe.

Zwar gebe es "unterschiedliche Rechtsauffassungen", sagte etwa der ehemalige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, aber "alle Staatsrechtler, die diese Materie untersucht haben, stellen eindeutig fest, dass das Konkordatsrecht von 1929 der nordrhein-westfälischen Landesverfassung sogar vorgängig ist". Vor diesem Hintergrund sei "eben die Ausbildung von Geistlichen, was immer mit Geistlichen gemeint ist, oder von Klerikern, in Bonn vorgeschrieben".

Der Priester, Volljurist und Kirchenrechtler Stefan Mückl, der in Rom an der Päpstlichen Universität Santa Croce lehrt, argumentierte im Jahr 2019: "Weder war der Vertragswille des Heiligen Stuhls auf eine dauerhafte Verpflichtung zur Inanspruchnahme der staatlichen theologischen Fakultäten und den dauerhaften Verzicht auf eigene Ausbildungsstätten gerichtet, noch decken die Vertragstexte ein solches Verständnis."

"Angesichts der dramatisch gesunkenen Zahlen der Anwärter auf das geistliche Amt", so Mückl, sei ohnehin "aktuell wie künftig keine theologische Fakultät in ihrem Bestand bedroht, wenn diese Anwärter andernorts studieren."

Geschichte der KHKT

Die Hochschule geht zurück auf das 1913 gegründete Missionshaus St. Augustin der Steyler Missionare. Seit 1925 bzw. 1932 wurde der Ordensnachwuchs dort in Philosophie und Theologie ausgebildet – und später auch Studenten, die nicht Teil der Steyler Missionare waren.

2020 übernahm das Erzbistum Köln die Hochschule, nachdem der Orden sie nicht mehr tragen konnte. Der Standort der sodann umbenannten Hochschule wurde 2021 von St. Augustin nach Köln verlegt.

Die Finanzierung der KHKT erfolgt derzeit über ein Sondervermögen, über das Kardinal Rainer Maria Woelki selbst verfügen kann. Noch in diesem Jahr soll aber ein anderes Konzept vorgestellt werden.

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