Mann will Eltern auf Entschädigung verklagen: "Wurde gegen meinen Willen geboren"

Störche (Symbolbild)
Foto: Pixabay / MabelAmber (CC0)
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Ein indischer Geschäftsmann hat seine Absicht bekundet, seine Eltern zu verklagen, weil sie ihm ohne seine Erlaubnis auf die Welt gebracht haben.

Laut einem Bericht der "BBC" ist der Raphael Samuel auf der Suche nach einem Anwalt, der sich seines Falles annimmt. Seine eigenen Eltern - beide selber Anwälte - habe er "beim Frühstück" über seine Absicht bereits vor sechs Monaten informiert. 

Nun will Samuel sie anzeigen und auf Entschädigung verklagen. Er will dafür entschädigt werden, ein Leben bekommen zu haben, um das er nicht gebeten habe.

Samuel ist ein selbsternannter "Anti-Natalist" und findet, dass auf die Welt zu kommen etwas grundsätzlich Negatives ist. Da es für einen Menschen unmöglich ist, bei seiner Zeugung Einspruch zu erheben, findet Samuel es ungerecht, wenn Eltern Kinder bekommen, weil dies ja Leid mit sich bringe.

In einem selbst produzierten Video erklärt Raphael Samuel, dass er auch findet, dass Eltern ihre Kinder für den Rest ihres Leben finanziell unterstützen müssten. Schließlich habe man die Kinder ja vor der Geburt nicht gefragt, ob sie auf die Welt kommen wollen, so sein Argument.

"Im Grunde genommen möchte ich, dass jeder in Indien und auf der ganzen Welt eines begreift: Dass sie ohne eigene Zustimmung geboren wurden. Und dass sie ihren Eltern nichts schuldig sind", sagte er.

Samuel hat seine "anti-natalistische" Philosophie auf einer Facebook-Seite beworben. Er postet oft Bilder von sich selbst in einem gefälschten Bart und einer Sonnenbrille mit Botschaften, die behaupten, dass die Fortpflanzung heuchlerisch sei und auf dem Eigeninteresse der Eltern beruht.

Auf Facebook schreibt er dazu Parolen wie: 

"Zwingt man ein Kind nicht in diese Welt und zwingt es zu einer Karriere, Entführung und Sklaverei?" Oder: "Deine Eltern hatten dich anstelle von einem Spielzeug oder einem Hund, du schuldest ihnen nichts, du bist ihre Unterhaltung".

Der Fall hat nicht zu einem Streit zwischen ihm und seinen Eltern geführt, wie man vermuten könnte. In einer kürzlich veröffentlichten Erklärung sagte seine Mutter, Kavita Karnad Samuel, sie sei "stolz" auf ihren Sohn für sein "unabhängiges Denken".

Samuel hält sich selbst für überflüssig - und die ganze Menschheit auch: "Es hat keinen Sinn für die Menschheit. So viele Menschen leiden. Wenn die Menschheit ausgestorben ist, wären Erde und Tiere glücklicher. Sie werden sicherlich besser dran sein. Auch kein Mensch wird dann leiden. Die menschliche Existenz ist völlig sinnlos..

Im Gegensatz zu diesem Nihilismus lehrt das Christentum deutlich - und weitaus tiefer begründet - den Wert des menschlichen Lebens.

In Evangelium Vitae, der Enzyklika von 1995, schrieb der heilige Johannes Paul II.:

"Der Mensch ist zu einer Lebensfülle berufen, die weit über die Dimensionen seiner irdischen Existenz hinausgeht, da sie in der Teilhabe am Leben Gottes selber besteht."

Die Erhabenheit dieser übernatürlichen Berufung enthülle die Größe und Kostbarkeit des menschlichen Lebens auch in seinem zeitlich-irdischen Stadium, so Johannes Paul II.: "Denn das Leben in der Zeit ist Grundvoraussetzung, Einstiegsmoment und integrierender Bestandteil des gesamten einheitlichen Lebensprozesses des menschlichen Seins."

Damit sind auch Nichtchristen und Atheisten angesprochen:

"Die Kirche weiß, daß dieses Evangelium vom Leben, das ihr von ihrem Herrn anvertraut wurde, 1 im Herzen jedes gläubigen, aber auch nicht gläubigen Menschen tiefen und überzeugenden Widerhall findet, weil es seinen Erwartungen, während es unendlich über diese hinausgeht, überraschenderweise entspricht."

Selbst in Schwierigkeiten und Unsicherheiten kann jeder Mensch, der "in ehrlicher Weise für die Wahrheit und das Gute offen ist", im Licht der Vernunft den heiligen Wert des menschlichen Lebens vom ersten Augenblick bis zu seinem Ende zu erkennen, betont der Heilige.

Deshalb könne auch jeder Mensch "das Recht jedes Menschen bejahen, daß dieses sein wichtigstes Gut in höchstem Maße geachtet werde."

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