Mehr Transparenz und Vertrauen nötig: Bistümer sollen "Good Governance" umsetzen

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Vertrauen und Glaubwürdigkeit haben die deutschen Bistümer und Kirchen-Strukturen in den vergangenen Jahren alles andere als gewonnen. Das zeigen die Austrittszahlen ebenso wie die Eklats um den kostspieligen "Synodalen Weg" und den deutschen Verbandskatholizismus, neben anderen Dingen. 

Gleichzeitig soll der immer noch zahlenmäßig große kirchliche Arbeitgeber in Deutschland mit seinen gewaltigen Verwaltungsapparaten im Finanzbereich Vertrauen und Glaubwürdigkeit schaffen: Die Kirche, so die Einsicht der Bischöfe, ist gegenüber ihren Spendern, den Steuerzahlern und der Öffentlichkeit Rechenschaft darüber schuldig, wo, für wen und wie sie die gewaltigen Summen verwendet, insbesondere die zunehmend umstrittene Kirchensteuer.

Alles in allem keine leichte Aufgabe. Die Diözesen in Deutschland haben mit einer neuen Handreichung der Bischofskonferenz einen Leitfaden bekommen, in dem Standards für Good Governance veröffentlicht worden sind.

"Die neue Handreichung richtet sich zunächst an Personen, die in der kirchlichen Finanzverwaltung Verantwortung tragen. Sie legt Wert auf Verständlichkeit und setzt deshalb keine besonderen Vorkenntnisse in Managementmethoden voraus", betonte die Bischofskonferenz dazu am 11. November.

Geleitet wurde die Arbeitsgruppe, die von den deutschen Bischöfen mit der Erstellung beauftragt wurde, von Gordon Sobbeck, Finanzdirektor und Ökonom des Erzbistums Köln. Er erklärt: „Die Handreichung ist ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung kirchlicher Finanzordnungs- und Finanzverwaltungsstrukturen. Ich bin davon überzeugt, dass sie eine gute Grundlage für den Diskurs über die Weiterentwicklung unserer Standards und deren Umsetzung liefern wird.“

Gleichzeitig betonte der Finanzexperte, dass eine flächendeckende Umsetzung Zeit brauchen werde. Dies sei ein Marathon, kein Sprint, so Sobbeck. Gerade deshalb sei es aber umso wichtiger, den Dialog über das Thema hochzuhalten, damit "sich das Thema in den Köpfen festsetze und perspektivisch in allen Feldern kirchlicher Organisationsführung verankert und weiterentwickelt werden" könne.

Um den Zugang zum Thema zu erleichtern, hat das Erzbistum auf seiner Webseite einen erklärenden Überblick zusammengestellt, was sich hinter den Konzepten "Good Governance" und "Compliance" verbirgt. Die Handreichung Kirchliche Corporate Governance ist als Broschüre der Bischofskonferenz erschienen und kann dort in der Rubrik Publikationen heruntergeladen oder bestellt werden.

sgsgd

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