Neue Schule “Seliger Carlo Acutis” will Kindern Liebe zur Eucharistie vermitteln

Bischof Columba Macbeth-Green, zusammen mit einigen Kindern (links) und Monstranz mit dem Allerheiligsten Altarsakrament (rechts)
Foto: Diözese Wilcannia-Forbes / Pixabay

Kürzlich gab die Diözese Wilcannia-Forbes (Australien) bekannt, sie werde ihre erste Sekundarschule eröffnen, die dem seligen Carlo Acutis - dem "Cyber-Apostel der Eucharistie" - geweiht sein wird, um in den Kinder die Liebe und Andacht zum Allerheiligsten Altarsakrament einzupflanzen.

Im Gespräch mit der englischsprachigen Schwesteragentur von CNA Deutsch sagte der Bischof von Wilcannia-Forbes, Monsignore Columba Macbeth-Green, soeben habe er die Erneuerung des diözesanen Programms für den Religionsunterricht beendet, die darauf abziele, die katholische Lehre zu stärken, wobei im Mittelpunkt die eucharistische Anbetung stehen soll.

Der Prälat erläuterte, die Kinder würden "aktuell nicht die ganze Fülle des Glaubens erlernen", denn man hatte sozusagen "die Lehre abgespeckt". 

Ziel des neuen Programms sei nun, dass die Schüler der katholischen Bildungseinrichtungen der Diözese die Lehre der Kirche kennen und den Glauben in einer "innigen Beziehung zu unserem Herrn leben" fügte er hinzu.

Zudem kündigte er an, dass diese erste K-12-Schule der Diözese, die die Zeit vom Kindergarten bis hin zur Oberstufe abdecke, mit einem Lehrplan eröffnen werde, der die Geisteswissenschaften beinhalte, und deren Religionsunterricht auf die Montessori-Methode basiere, wobei der "praktische" Fokus auf der Eucharistie und der Heiligen Messe liegen werde.

"Wir sind eine kleine Randdiözese […] in Australien. Das ist unsere erste diözesane Sekundarschule", betonte der Bischof. Neben diesem neuen Fokus wird die Schule den Namen des seligen Carlo Acutis erhalten, damit sein Leben aus dem Glauben eine Inspiration für die Kinder sei.

Der selige Carlo Acutis war ein junger Katholik aus Italien, der eine leidenschaftlichen Andacht zur realen Gegenwart Jesu in der Eucharistie pflegte und der eine besondere Begabung für die Programmierung von Computern besaß. Im Jahr 2020 wurde Acutis als erster Millenial von der katholischen Kirche seliggesprochen und ist nun auf dem Weg zur Heiligsprechung.

Das Herz dieser Schule des seligen Carlo Acutis "wird das tägliche Leben im Gebet und in der Verehrung der Allerheiligsten Eucharistie sein, in der die Schüler die Möglichkeit haben werden, eine tiefe Freundschaft mit Jesus aufzubauen" so Monsignore Columba.

Bischof Columba wuchs selbst auf einer Farm im Gebiet seiner Diözese und war bis zu seiner Bischofsweihe Polizeiseelsorger in Wagga Wagga.

Seine Ausbildung war eine monastisch-kontemplative, denn er wurde im Orden des heiligen Paulus, des ersten Einsiedlers, zum Priester geweiht.

Zum Charisma der auch "Pauliner" genannten Patres gehört die Betrachtung Gottes in der Einsamkeit und die Liebe zum liturgischen Gebet.

"Ich möchte, dass die Kinder ihren Glauben wirklich kennen, damit sie ihren Glauben leben können, aber auch dass sie eine persönliche Beziehung zum Herrn haben", sagte er. "Lerne deine Lehren, aber denke darüber nach und lass sie von Kopf zum Herz gelangen. Und das geht am besten durch die Anbetung, durch die Heilige Eucharistie. Dort ist es, wo du wirklich Zeit mit Ihm verbringst, über den du lernst" hob er hervor.

Für den Bischof ist der selige Carlo Acutis "ein junger Mann, der die Heilige Eucharistie verehrte, die das Zentrum unserer Schule ist, und der sich auch dem Internet widmete, mit dem sich die Jugendlichen heute beschäftigen. Er ist ein Heiliger unserer heutigen Zeit."

"Ich dachte nur: Gut, er wäre offensichtlich ein guter heiliger Patron für unsere Schule" fügte er hinzu.

Der Prälat erinnerte daran, dass der selige Carlo als Grundschüler oft darum gebeten hatte, vor dem Tabernakel seiner Pfarrei anzuhalten, an der er auf seinem Weg zur Schule und auf dem Nachhauseweg vorbeikam, um vor dem lebendigen Christus zu beten. Inspiriert von diesem Detail aus dem Leben des Heiligen wird in der Mitte des Schulgeländes eine Kapelle errichtet werden.

"Im Zentrum der Schule wird die Kapelle stehen. Alles wird von dort ausgehen" erklärte der Bischof und präzisierte, dass dieser architektonische Entwurf darauf abziele, dass "die Kinder kommen und als Teil ihrer täglichen Routine in der Schule ihren Besuch (beim Allerheiligsten) machen können - so wie es der selige Carlo gemacht hatte."

Der Prälat versicherte, dass eine stärkere Fokussierung auf die Eucharistie eine geistliche Erneuerung in der katholischen Erziehung hervorbringen kann. Wir "sehen heute in der Kirche auf der ganzen Welt, was passiert, wenn man das verliert. Die Leute gehen. Die Jugendlichen kommen nicht in die Kirche, weil diese Beziehung zum Herrn fehlt."

In diesem Sinn betonte er, dass "wir den jungen Menschen die Liebe zum Herrn einpflanzen müssen."

„Wir müssen wirklich wieder dahin kommen, den Glauben neu zu entdecken und zu leben, denn davon nähren wir uns."

Die Diözese Wilcannia-Forbes, die die Region Far West in New South Wales umfasst, gilt als größte Diözese der Welt ohne Küste und Stadt. Das Territorium der Diözese ist ungefähr so groß wie Frankreich, zählt aber - im Gegensatz zu den 67,39 Millionen des europäischen Landes - nur 20.000 Einwohner.
Der Bischof lebt in einer Kanzlei, "neun Stunden Fahrt von meiner Kathedrale entfernt."

Er erklärte, dass die örtlichen Schulen aufgrund des so weitläufigen Gebiets der Diözese stark auf die modernen Technologien angewiesen seien, um die wenigen Schüler, die in abgelegenen Gebieten leben, miteinander zu verbinden.
"Einige unserer kleinen Schulen haben bereits virtuelle Klassenzimmer zusammen mit anderen Schulen, so dass zwei oder drei unserer Schulen gemeinsam Sachunterricht machen können, auch wenn sie 100 Kilometer voneinander entfernt sind."

Da die Technologien eine wichtige Rolle in den Klassenzimmern spielen, betonte der Bischof, er wolle sicherstellen, dass seine Schüler, nach dem Beispiel des seligen Carlo lernen, diese Technologien auf ausgewogene Weise zu nutzen, damit die virtuelle Welt nicht die echten Beziehungen und das Leben in der Gemeinschaft ersetze.

"Du muss sie (die Technologie) weihen und sie für das Gute nutzen, damit du sie für die Verbreitung des Glaubens nützen kannst und damit dein eigener Glaube wachsen kann" unterstrich er.  

Im Alter von 12 bis 14 Jahren erstellte der selige Carlo Acutis eine Website, die er 2005 veröffentlichte und in der er die eucharistischen Wunder, die sich auf der ganzen Welt ereignet haben, darstellte. Der Heilige starb ein Jahr später, mit 15 Jahren, an Leukämie, nachdem er sein Leiden für den Papst und die Kirche aufgeopfert hatte.

Bischof Columba erklärte, der Bau der Schule war durch die COVID-19-Pandemie verzögert worden. Unter der Pandemie hätten in letzter Zeit am meisten die abgelegenen indigenen Gemeinschaften der Diözese gelitten, bei denen er sich kürzlich zwei Wochen lang aufgehalten hatte, um "Ihnen in diesem schwierigen Moment zu helfen und ihnen ein bisschen Hoffnung zu geben."

Er teilte mit, man hoffe, die Schule des seligen Carlo Acutis im Jahr 2024 mit einer Zahl von 300 bis 500 Schülern eröffnen zu können.

"Es ist eine Ehre, unsere Schule nach einem so inspirierenden jungen Mann benennen zu können, der gezeigt hat, dass Kinder und Jugendliche ein Leben führen können, das Gott und den Mitmenschen geweiht ist" schloss er.

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