Papst Franziskus: Synodalität brachte Heiden dazu, "Götzendienst abzulehnen"

Synodalität kommt vom Heiligen Geist und ist kein "Parlament", betonte der Pontifex bei der Generalaudienz am heutigen Mittwoch

Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 23. Oktober 2019
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Das ist Synodalität: die Anwesenheit des Heiligen Geistes. Andernfalls ist das nicht Synodalität, sondern ein Parlament oder etwas Derartiges…“

"Man kann sagen, dass die Apostelgeschichte das Buch der langen Reise des Wortes Gottes ist: Das Wort Gottes wird verkündet, und zwar überall. Diese Reise beginnt nach einer starken Verfolgung. Diese hat nicht etwa zu einem Stop der Evangelisierung geführt, sondern ist eher zu einer Gelegenheit geworden, den Fokus zu erweitern und den Samen des Wortes noch weiter auszusäen. Die Christen haben keine Angst! Sie müssen fliehen, aber sie fliehen mit dem Wort, und sie streuen das Wort überall aus."

"Die Kirche ist eine Kirche im Aufbruch, oder sie ist nicht Kirche. Sie ist auf dem Weg und macht immer mehr Platz, damit alle hineinkönnen, oder sie ist nicht Kirche. Eine Kirche mit offenen Türen – immer mit offenen Türen! Wenn ich hier in Rom oder anderswo Kirchen mit verschlossenen Türen sehe, dann ist das ein übles Zeichen. Kirchen müssen immer offene Türen haben, denn das zeigt, was eine Kirche überhaupt ausmacht: Sie ist immer offen!"

Die erste Evangelisierung der Heiden durch Christen löste eine "sehr lebhafte Kontroverse" aus, da die frühe Kirche erkannte, wie man neue Mitglieder von außerhalb des Volkes Israel aufnehmen konnte.

Das hat Papst Franziskus bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz betont.

In der Apostelgeschichte wird "ein sehr heikles theologisches, geistliches und disziplinäres Thema angesprochen", betonte der Pontifex am heutigen 23. Oktober.

Die Befolgung des mosaischen Gesetzes einerseits und des Glaubens an Christus andererseits: Das sei das Spannungsfeld damals gewesen, fuhr Franziskus fort.

"Sie schlugen vor, den Heiden keine Beschneidung aufzuzwingen, sondern sie nur zu bitten, den Götzendienst und all seine Ausdrucksformen abzulehnen", sagte Papst Franziskus in seiner wöchentlichen Katechese.

Der Papst sagte, dass das Konzil von Jerusalem, wie es in der Heiligen Schrift in der Apostelgeschichte 15,7-21 beschrieben ist, "uns ein wichtiges Licht gibt, wie wir mit Unterschieden umgehen und die Wahrheit in der Liebe suchen können".

Die Apostelgeschichte erinnere daran, dass die kirchliche Methode zur Konfliktlösung auf einem Dialog des aufmerksamen und geduldigen Zuhörens und auf der Unterscheidung im Lichte des Heiligen Geistes beruhe: "Es ist in der Tat der Heilige Geist, der hilft, Verschlüsse und Spannungen zu überwinden und in den Herzen wirkt, damit sie in Wahrheit und Güte zur Einheit gelangen".

"Das ist Synodalität: die Anwesenheit des Heiligen Geistes. Andernfalls ist das nicht Synodalität, sondern ein Parlament oder etwas in der Richtung".

"Wir bitten den Herrn, den Wunsch und die Verantwortung der Gemeinschaft in allen Christen, insbesondere in Bischöfen und Presbytern, zu stärken", betete der Papst.

Franziskus sagte, dass die Apostelgeschichte "die lange Reise des Wortes Gottes" beschreibt, von der er sagte, dass sie "überall verkündet" werden müsse.

"Die Natur der Kirche geht aus dem Buch der Apostelgeschichte hervor, das keine Festung ist, sondern ein Zelt, das in der Lage ist, seinen Raum zu erweitern und allen Zugang zu gewähren", sagte er.

"Wenn ich hier in Rom oder anderswo Kirchen mit verschlossenen Türen sehe, dann ist das ein übles Zeichen. Kirchen müssen immer offene Türen haben, denn das zeigt, was eine Kirche überhaupt ausmacht: Sie ist immer offen!"

"Die Kirche ist berufen, immer das offene Haus des Vaters zu sein. Wenn also jemand einer Bewegung des Heiligen Geistes folgen und sich Gott nähern will, wird er nicht der Kälte einer geschlossenen Tür begegnen", sagte er.

Die Evangelisierung sei durch die starke Verfolgung der Christen nicht gestoppt worden, betonte der Papst. Im Gegenteil: Es ist vielmehr "zu einer Gelegenheit geworden, den Blick zu erweitern und den Samen des Wortes noch weiter auszusäen".

"Christen haben keine Angst. Sie müssen fliehen, aber sie fliehen mit dem Wort und verbreiten das Wort überall weiter", sagte Franziskus.

Zu den andauernden Unruhen in Chile, die seit dem Wochenende das Land erschüttern und mehrere Menschenleben gekostet haben, sagte der Papst anschließend, dass er für den Frieden bete.

"Ich hoffe, dass die gewalttätigen Demonstrationen ein Ende nehmen und dass man durch einen Dialog Lösungen für die Krise findet. Die Schwierigkeiten, die zur Krise geführt haben, müssen angegangen werden, zum Wohl der ganzen Bevölkerung.“

In seinem Grußwort an die italienischen Pilger in der allgemeinen Audienz erinnerte Papst Franziskus an das Fest des heiligen Johannes Paul II. am gestrigen 22. Oktober: "lasst uns diesen Meister des Glaubens nachahmen, als Vorbild für die Liebe zu Christus und zum Menschen", sagte Papst Franziskus.

Courtney Mares trug zur Berichterstattung bei.

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