Papst Franziskus betet für hungernde Familien in der Coronavirus-Pandemie

Papst Franziskus im Gebet bei der Feier der heiligen Messe am 23. April 2020 in der Kapelle des Domus Sanctae Marthae
Foto: Vatican Media

Papst Franziskus hat am Donnerstag dazu aufgerufen, für Familien zu beten, die während der Coronavirus-Pandemie Mühe haben, Essen auf den Tisch zu bringen. Zu seinem Namenstag stiftete der Pontifex Hilfsmittel und Beatmungsgeräte an drei europäische Länder.

"Vielerorts ist eine der Auswirkungen dieser Pandemie, dass sich zahlreiche Familien in Not befinden und hungrig sind", sagte Papst Franziskus am 23. April in der Übertragung seiner Frühmesse.

"Lasst uns für diese Familien beten, für ihre Würde", fügte er hinzu.

Der Papst sagte, dass die Armen unter "einer weiteren Pandemie" leiden: den wirtschaftlichen Folgen von Entlassungen und Freistellungen. Er sagte, dass die Armen auch unter der Ausbeutung durch skrupellose Geldverleiher leiden, und betete für deren Bekehrung.

Warnung vor Hungersnöten

Die Coronavirus-Pandemie bedroht tatsächlich die Ernährungssicherheit in vielen Teilen der Welt. David Beasley, Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms (WFP) mit Sitz in Rom, sagte am 21. April, dass die Welt bereits vor der Pandemie im Jahr 2020 "mit der schlimmsten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg" konfrontiert sei.

"Deshalb möchte ich heute mit COVID-19 betonen, dass wir nicht nur mit einer globalen Gesundheitspandemie, sondern auch mit einer globalen humanitären Katastrophe konfrontiert sind", sagte er per Videolink vor dem UN-Sicherheitsrat.

"Wenn wir uns nicht vorbereiten und jetzt handeln - um Zugangsmöglichkeiten zu sichern, Finanzierungsengpässe und Unterbrechungen des Handels zu vermeiden - könnten wir innerhalb weniger Monate mit mehreren Hungersnöten biblischen Ausmaßes konfrontiert werden".

Nach Angaben des WFP sind weltweit 130 Millionen Menschen während der Pandemie am Rande des Verhungerns.

"Jesus betet für Petrus"

In seiner Predigt in der Kapelle der Casa Santa Marta, seiner vatikanischen Residenz, sprach Papst Franziskus über Christus als unseren Fürsprecher vor Gott.

"Wir sind es gewohnt, zu Jesus zu beten, dass er uns diese Gnade, diese andere Gnade gibt, dass er uns hilft, aber wir sind es nicht gewohnt, Jesus zu betrachten, der dem Vater die Wunden zeigt, Jesus, den Fürsprecher, Jesus, der für uns betet", sagte der Papst.

"Lasst uns ein wenig darüber nachdenken ... Für jeden von uns betet Jesus. Jesus ist der Fürbitter. Jesus wollte seine Wunden mitbringen, um sie dem Vater zu zeigen. Das ist der Preis für unsere Erlösung", sagte er.

Papst Franziskus erinnerte an ein Ereignis in Kapitel 22 des Lukas-Evangeliums, als Jesus beim Letzten Abendmahl zu Petrus sagte:"Simon, Simon, siehe, der Satan hat verlangt, dass er euch wie Weizen sieben darf. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du wieder umgekehrt bist, dann stärke deine Brüder!"

Franziskus erklärte: "Jesus sagt zu Petrus: Ich werde für dich beten, damit dein Glaube nicht wankt und dies ist das Geheimnis von Petrus: das Gebet Jesu. Jesus betet für Petrus, damit sein Glaube nicht scheitert und damit er seine Glaubensbrüder im Glauben bestätigen kann, so sagt Jesus ihm. Und das, was Jesus mit Petrus getan hat, das tut er mit uns allen. Jesus betet für uns, für jeden Einzelnen. Petrus konnte diesen ganzen Weg - vom Feigling zum Tapferen - dank des Gebetes Jesu gehen. Denken wir ein wenig darüber nach. Wenden wir uns an Jesus und danken wir ihm dafür, dass er für uns und für jeden von uns betet."

Der 23. April ist das Fest des Heiligen Georg, des Namenspatrons von Jorge Mario Bergoglio. Der Vatikan feiert somit Georgi, den "Namenstag". des Papstes als offiziellen Staatsfeiertag.

Der Pontifex namens Georg stiftete zu seinem Namenstag angesichts der Pandemie dringend nötige Hilfsmittel, darunter Beatmungsgeräte, nach Italien sowie Spanien und Rumänien.

Courtney Mares trug zur Berichterstattung bei.

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