Papst Franziskus: Demut sollte Grundlage der Arbeit von Journalisten sein

Papst Franziskus auf dem Peterspatz am 22. Mai 2018
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Papst Franziskus hat am Samstag vor Journalisten erklärt, dass ihr Beruf eine große Verantwortung trägt, deren Grundlage die Demut sein sollte.

"Demut ist eine wesentliche Tugend für das geistliche Leben; aber ich würde sagen, dass sie auch ein grundlegendes Element eures Berufes sein kann", sagte der Papst am 18. Mai.

Er bekräftigte, dass es andere wichtige Qualitäten eines Journalisten gebe, wie Professionalität, Schreibfähigkeit und die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu untersuchen und zu stellen, aber er fügte hinzu, dass "trotzdem Demut der Grundstein Ihrer Tätigkeit sein kann".

"Ihre Rolle ist unerlässlich, und das gibt Ihnen auch eine große Verantwortung", fuhr er fort. "Es verlangt von Ihnen eine besondere Aufmerksamkeit für die Worte, die Sie in Ihren Artikeln verwenden, für die Bilder, die Sie in Ihren Diensten übertragen, für alles, was Sie in sozialen Medien teilen."

Papst Franziskus fügte hinzu: "Demütige Journalisten bedeuten nicht Mittelmaß, sondern sind sich bewusst, dass man durch einen Artikel, einen Tweet, ein Live-Fernseh- oder Radioprogramm Gutes tun kann, aber auch, wenn man nicht vorsichtig und gewissenhaft ist, anderen und manchmal ganzen Gemeinschaften gegenüber Schlechtes tut".

Der Papst sprach über die Demut im Journalismus bei einem Treffen mit rund 400 Mitgliedern des Verbandes der ausländischen Presse in Italien.

In seiner Rede räumte der Papst ein, "wie schwierig und demütig die Suche nach der Wahrheit sein muss", und sagte: "Ich fordere Sie daher auf, sich an Wahrheit und Gerechtigkeit zu halten, damit Kommunikation wirklich ein Werkzeug des Aufbaus ist, nicht der Zerstörung".

Der Pontifex erteilte auch Ratschläge über den Sinn und Umgang mit der Demut und verdeutlichte, auf welche Weise es einem Journalisten zugute komme, seine Arbeit gut zu machen. Zum Beispiel sagte er, dass es die Demut ist, die jemanden dazu bringt, tiefer zu schauen als die erste, einfache Lösung einer Frage.

Wenn ein Fehler gemacht wird, sollte er immer korrigiert werden, riet er, besonders in einer Zeit, in der falsche Informationen über das Internet leicht verbreitet werden. Er warnte auch die Medienschaffende, der Versuchung zu widerstehen, etwas zu veröffentlichen, das nicht ausreichend verifiziert wurde.

Demut, so fuhr er fort, helfe auch Journalisten, nicht Sklaven der Eile zu sein, sondern sich die nötige Zeit zu nehmen, um etwas gut zu verstehen.

Eine weitere Eigenschaft eines demütigen Journalisten ist es, alle Fakten zu kennen, bevor er sie erzählt oder kommentiert, sagte er, und wie der heilige Franz von Sales einmal sagte, sorgfältig mit Worten umzugehen, "wie der Chirurg mit dem Skalpell".

Papst Franziskus forderte die Medienvertreter im Übrigen auf, daran zu arbeiten, die Umstände derjenigen ans Licht zu bringen, die abgelehnt, ausgeschlossen und diskriminiert wurden.

"Sie und Ihre Arbeit sind notwendig, um zu helfen, viele Situationen des Leidens nicht zu vergessen, die oft nicht das Licht des Scheinwerfers haben, oder sie haben es einen Moment lang und kehren dann in die Dunkelheit der Gleichgültigkeit zurückkehren", sagte er.

Der Papst dankte den Journalisten für ihre Arbeit, die als Dienst "zu einer Mission wird", und sagte, sie würden den Menschen dabei helfen, das Leben nicht zu vergessen, das "vor dem Geborenwerden erstickt" wurde, oder das, das nach seiner Geburt unter Hunger, Not, Krieg, Verfolgung oder Missbrauch leidet.

Er ermutigte Journalisten, diese Geschichten zu erzählen, aber auch die Geschichten von Menschen, die sich selbst aufopfern, sogar heldenhaft, um anderen zu helfen.

"Bitte erzählen Sie auch weiterhin den Teil der Realität, der dank Gott immer noch am weitesten verbreitet ist: die Realität derer, die sich der Gleichgültigkeit nicht hingeben, derjenigen, die nicht vor dem Unrecht fliehen, sondern geduldig in Stille bauen", sagte er.

Papst Franziskus nannte diese Geschichten "einen untergegangenen Ozean des Guten, der es verdient, bekannt zu werden, und der unserer Hoffnung Kraft gibt".

Er versicherte den Journalisten, von denen viele weltlich sind, die Wertschätzung der Kirche für sie, "auch wenn man seinen Finger in die Wunde steckt, und wenn die Wunde vielleicht die kirchliche Gemeinschaft ist".

Er zitierte auch Papst Johannes Paul II. bei einem Treffen mit derselben Vereinigung im Jahr 1988, als er sagte: "Die Kirche ist auf Ihrer Seite. Ob Sie Christ sind oder nicht, in der Kirche werden Sie immer die rechte Wertschätzung für Ihre Arbeit und die Anerkennung der Pressefreiheit finden."

Dieser Bericht ist eine übersetzte und redigierte Fassung eines Artikels der CNA.

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