Papst Franziskus ermutigt zum Lobgebet: "Gerade in Krisen müssen wir Gott preisen"

Papst Franziskus spricht bei der Generalaudienz aus dem Apostolischen Palast im Vatikan
Foto: Vatican Media / CNA Deutsch

Gott "braucht" nicht den Lobpreis seiner Geschöpfe – doch der Mensch braucht ihn: Er braucht das Lobgebet zu Gott. Das hat Papst Franziskus zur Generalaudienz am heutigen Mittwoch gesagt.

In seiner Katechese über das Gebet – wegen der Coronavirus-Pandemie erneut aus dem Apostolischen Palast übertragen – sprach Papst Franziskus über die Herausforderung, auch und gerade in Krisen Gott zu loben.

"Mitten in der Krise preist Jesus den Vater und stimmt einen Lobgesang an."

"Paradoxerweise sollen wir Gott nicht nur in frohen Stunden loben, sondern auch in den Momenten der Not. Gerade da ist die Zeit für das Lobgebet. Damit wir lernen, dass uns dieser anstrengende Aufstieg, dieser Weg voller Steine, einen neuen, weiteren Horizont erkennen lässt".

Lobpreisen sei, "wie puren Sauerstoff einatmen", so der Pontifex am 13. Januar. Es reinige die Seele, lasse einen weit blicken, auch und gerade in Momenten der Dunkelheit.


Von Jesus und dem heiligen Franz lernen


Zwei besondere Vorbilder nannte der Papst heute in seiner Katechese für den Lobpreis: Jesus Christus, der selbst in einem "Moment der Enttäuschung" laut dem Evangelisten Matthäus nicht zum Vater eine Klage erhebe, sondern einen Lobpreis: "Mitten in der Krise preist Jesus den Vater und stimmt einen Lobgesang an."

Jesus preise Gott "als das, was er ist: Vater, Herr des Himmels und der Erde", fuhr Franziskus fort. Dies sei ein Lobpreis, der der Erfahrung entspringe, sich als Sohn des Allerhöchsten zu fühlen. 

Der Lobpreis hilft, das Evangelium zu lesen, so Franziskus.

Auch heute müssen sich Christen freuen und Gott loben, als demütige und einfache Menschen das Evangelium annehmen. Ihn persönlich freue es,  wenn er die "einfachen Gläubigen" sehe, denen vielleicht vieles im Leben fehle, die aber Pilgerreisen unternähmen, beteten und Gott lobpreisten.

"In der Zukunft der Welt und in der Hoffnung der Kirche gibt es die 'Kleinen', die sich nicht für besser halten als andere, die sich ihrer Grenzen und ihrer Sünden bewusst sind, nicht über andere herrschen wollen, sondern sich in Gott, dem Vater, als Geschwister erkennen".

Der bekannte Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi – dem Namensvetter des Papstes – ist ein lehrreicher Lobpreis, erklärte der Pontifex:

"Der heilige Franziskus hat es nicht im Moment der Freude oder des Wohlbefindens komponiert, sondern in einer Stunde bitterer Not".

"Fast vollkommen erblindet, verspürte seine Seele die Last einer Einsamkeit, wie er sie noch nie empfunden hatte. Die Welt hatte sich durch sein Predigen nicht verändert, es gab noch immer Menschen, die sich von Zwist und Zwietracht zerfressen ließen – und als ob das nicht schon genug gewesen wäre, spürte er auch den Tod immer näher kommen", so der Papst.

Franz von Assisi lobt Gott für alles, für alle Gaben der Schöpfung und auch für den Tod, den er mutig 'Schwester' nennt", unterstrich Franziskus.

"Dies lehren uns viele Heilige, so auch Franz von Assisi, der selbst in der Krankheit singt: 'Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen.'"

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