Papst Franziskus: "Frage der Geburtenrate ist ein echter sozialer Notfall"

Papst Franziskus beim Weltjugendtag in Polen, Juli 2016
Foto: Marcin Kadziolka/Shutterstock

In einer Botschaft an einen Kongress mit dem Schwerpunkt Demografie hat Papst Franziskus am Donnerstag die "Frage der Geburtenrate" als "echten sozialen Notfall" charakterisiert.

"Es ist nicht sofort spürbar, wie andere Probleme, die die Nachrichten beherrschen, aber es ist sehr dringend", so der Pontifex. "Immer weniger Kinder werden geboren, und das bedeutet, dass die Zukunft aller verarmt; Italien, Europa und der Westen verarmen in ihrer Zukunft."

Der Pontifex sprach von einer "existenziellen Peripherie", wenn Männer und Frauen ihren Kinderwunsch nicht verwirklichen können. Dann "senken sie die Messlatte des Begehrens und geben sich mit mittelmäßigen Ersatzbefriedigungen zufrieden, wie dem Geschäft, dem Auto, dem Reisen, der eifersüchtigen Verwaltung der Freizeit".

"Die Schönheit einer kinderreichen Familie droht zur Utopie zu werden, zu einem schwer zu verwirklichenden Traum", so Papst Franziskus weiter.

Eine derartige "neue Armut" sei "eine tragische Armut", denn "sie betrifft den Menschen in seinem größten Reichtum: Leben in die Welt zu bringen, um für es zu sorgen; das Leben, das man erhalten hat, mit Liebe an andere weiterzugeben".

Abschließend äußerte der Pontifex seine Hoffnung, dass "wir gemeinsam diesen kalten demografischen Winter umkehren können". Dazu müsse man "ohne Furcht, jenseits von parteipolitischen Interessen und ideologischen Zäunen, zusammenarbeiten. Deshalb hoffe ich, dass auf allen Ebenen – institutionell, medial, kulturell, wirtschaftlich und sozial – konkrete Maßnahmen zur Wiederbelebung der Geburtenrate und der Familie gefördert, verbessert und umgesetzt werden."

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