Papst Franziskus lädt zum Gebet für den Frieden im Libanon in den Vatikan

Papst Franziskus
Foto: CNA / Daniel Ibanez

Papst Franziskus hat die christlichen Verantwortlichen des Libanons für den 1. Juli zu einem Gebetstag in den Vatikan eingeladen angesichts "der besorgniserregenden Situation im Land."

Das berichtet die "Catholic News Agency", die englischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch.  

Der Papst machte die Ankündigung vom Fenster des Apostolischen Palastes des Vatikans am 30. Mai, nachdem er den Angelus mit den auf dem Petersplatz versammelten Pilgern gebetet hatte.

Die Leiter der wichtigsten christlichen Gemeinschaften im Libanon werden "gemeinsam um das Geschenk des Friedens und der Stabilität beten", sagte Franziskus.

"Ich vertraue dieses Anliegen der Fürsprache der Gottesmutter an, die im Heiligtum von Harissa so sehr verehrt wird, und von diesem Moment an bitte ich Sie, die Vorbereitung dieses Ereignisses mit Solidarität im Gebet zu begleiten und eine friedlichere Zukunft für dieses geliebte Land zu erflehen."

Der Libanon befindet sich seit Monaten in einer finanziellen und politischen Krise, zumal es den politischen Führern nicht gelungen ist, eine Regierung zu bilden, um Reformen nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut am 4. August umzusetzen. Die Explosion tötete fast 200 Menschen, verletzte 600 weitere und verursachte einen Schaden von über 4 Milliarden Dollar.

Schon vor der Explosion stand das Land unter starkem wirtschaftlichen Druck. Die Arbeitslosigkeit war in die Höhe geschossen und die Landeswährung hatte seit 2019 mindestens 80% ihres Wertes gegenüber dem US-Dollar verloren, berichtete AP.

Papst Franziskus traf den designierten Premierminister Saad Hariri am 22. April im Vatikan, wo der libanesische Führer auch mit dem vatikanischen Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin und dem Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten, Erzbischof Paul Gallagher, zusammentraf.

Saad Hariri wurde im vergangenen Oktober mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt, nachdem die bisherigen Regierungschefs Hassan Diab im August und Mustapha Adib im September zurückgetreten waren. Diese Entwicklung kam weniger als ein Jahr, nachdem Hariri selbst am 29. Oktober 2019 im Zuge von Massenprotesten als Premierminister zurückgetreten war.

Kardinal Bechara Boutros Rai, das Oberhaupt der maronitischen Katholiken im Libanon, hat die politischen Führer des Landes wiederholt aufgefordert, "die Logik der Partikularinteressen zu überwinden" und eine Regierung zur Rettung des Landes zu bilden.

Rai sagte im Februar, die internationale Gemeinschaft habe eine Verantwortung, den Zusammenbruch des Libanon zu verhindern.

Der Kardinal sagte, es gebe eine "große Kluft" zwischen den Menschen an der politischen Macht mit ihren "persönlichen Interessen und Berechnungen" und denen, die unter "Armut, Entbehrung und Hunger" leiden.

Der Papst sagte am 8. März, er habe Kardinal Rai versprochen, den Libanon in Zukunft zu besuchen.

Papst Franziskus forderte in seiner diesjährigen Rede vor den beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten auch ein erneutes politisches Engagement für die Förderung der Stabilität des Libanon.

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