Papst Franziskus lobt Kampf gegen Missbrauch der Muttergottes durch die Mafia

Papst Franziskus legt einen Blumenstrauß vor einem Marienbild auf der Piazza Armerina in Sizilien am 15. September 2018.
Foto: AFP via Getty Images

Papst Franziskus hat eine neue Initiative gelobt, die darauf abzielt, dem Missbrauch der Marienverehrung durch die Mafia entgegenzuwirken. Italiens kriminelle Organisationen benutzen seit langem die Figure der Muttergottes, um ihre verbrecherische Macht zu zementieren und Kontrolle auszuüben.

Das berichtet ACI Stampa, die italienische Schwesteragentur von CNA Deutsch.

Die "Befreiung Mariens von der Mafia und von kriminellen Mächten" wurde dazu gegründet: Es ist eine neue Abteilung der Päpstlichen Internationalen Marianischen Akademie (PAMI). Der Präsident der Akademie, Pater Stefano Cecchin OFM, sagte am 20. August gegenüber der Catholic News Agency (CNA), dass die selige Jungfrau Maria nicht die Unterwerfung unter das Böse lehre, sondern die Befreiung davon.

Cecchin erklärte, dass die Terminologie, die in der Geschichte der Kirche verwendet wird, um Marias "Unterwerfung" unter den Willen Gottes zu erklären, von Kriminellen verzerrt worden sei, um nicht Dienerschaft, sondern Kadavergehorsam gegenüber Vorgesetzten einzufordern.

So instrumentalisiere die Mafia also Maria: Nach dem vermeintlichen Vorbild der Muttergottes fordern die Verbrecher von der Bevölkerung unbedingten Gehorsam.

So werden Menschen durch die Figur Marias "unterworfen", erklärte der Pater.

Die nun gegründete Arbeitsgruppe nimmt offiziell im Oktober ihre Arbeit auf. Rund 40 Experten, darunter italienische Richter, widmen sich der Frage, wie "die Reinheit des Bildes von Jesus und Maria, das aus den Evangelien stammt, wiederherzustellen". Der Pater betont: Getragen wird die Initiative von katholischen Laien.

Nicht nur die italienische Mafia instrumentalisiert Maria: Die Arbeitsgruppe will auch deren Missbrauch durch südamerikanische Drogenbarone bekämpfen helfen, so Pater Cecchin.

Papst Franziskus betonte in seinem Brief vom 15. August an Cecchin, er habe "mit Freude" von dem Projekt erfahren. Er drücke "seine Wertschätzung für die wichtige Initiative zum Ausdruck", so der Pontifex.

"Die Marienverehrung ist ein religiös-kulturelles Erbe, das in seiner ursprünglichen Reinheit bewahrt werden muss", bekräftigte Franziskus.

Eine andere Form der "Marienverehrung" bei kriminellen Organisationen, die Pater Cecchin schilderte, ist das Verbeugen: Bei Marienprozessionen in einigen Städten und Dörfern Süditaliens wird ein Marienbild vor Häusern von Mafiabossen gebracht. Dort "grüßt" dann Maria den Boss mit einer "Verbeugung", erklärte Cecchin: Die Statue "verbeugt" sich vor dem Haus des Verbrechers.

"Dies ist eine Art und Weise, der Bevölkerung zu sagen, mit einer Symbolik, die sich der Religion des Volkes bedient, dass dieser Mafiaboss von Gott gesegnet ist - in der Tat von der Mutter Gottes gelenkt, die stehen bleibt, um zu erkennen, dass er der Anführer ist, und deshalb müssen wir alle ihm gehorchen", erklärte Cecchin.

Maria ist eben ein Abbild der Schönheit Gottes, so der Priester und ehemalige Exorzist: "Und wir wissen, dass der Böse, dass das Böse, die Schönheit zerstören will, die Gott geschaffen hat. In Maria ist für uns das Bild des absoluten Feindes des Bösen. Mit ihr wird bei ihrer Geburt der Kopf der Schlange zermalmt."

"Deshalb benutzt das Böse auch die Gestalt Mariens, um sich gegen Gott zu wenden", fuhr der Franziskaner fort. "Wir müssen also die Schönheit des religiösen Kulturerbes eines jeden Volkes wiederentdecken und es darüber hinaus in seiner ursprünglichen Reinheit bewahren".

Die neue Arbeitsgruppe der Päpstlichen Internationalen Marianischen Akademie werde auch über den Weg der Bildung Kindern und Familien die rechte Theologie vermitteln, was Maria betrifft. Im Interview mit ACI Stampa räumte Cecchin ein, dass das Projekt "ehrgeizig" sei. Es sei jedoch eine Pflicht, dies zu tun: "Für uns stellt es eine Herausforderung dar, die wir mutig angenommen haben".

In seinem Brief betonte Papst Franziskus: "Es ist notwendig, dass der Stil der marianischen Darstellung mit der Botschaft des Evangeliums und den Lehren der Kirche übereinstimmt".

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