Papst Franziskus zu Toten und Unruhen in seiner südamerikanischen Heimat

Papst Franziskus im Gespräch mit Journalisten auf dem Rückflug aus Japan am 26. November 2019
Foto: Hannah Brockhaus / CNA Deutsch
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Bei der "fliegenden Pressekonferenz" auf der Rückkehr aus Japan hat sich Papst Franziskus zu den Unruhen und gewaltsamen Protesten in mehreren Ländern seiner südamerikanischen Heimat geäußert.

Auf die Frage von Valentina Alazraki, einer mexikanischen Journalistin, ob er was unternehme angesichts der Lage in Venezuela, Chile, Bolivien und Nicaragua – vor allem angesichts der Toten und der Bilder von Plünderungen, darunter auch katholischer Kirchen – sagte der Papst, er sei jetzt nicht in der Lage, eine allgemeine Bewertung vorzunehmen.

"Wir müssen um Dialog ringen und auch nach der Analyse suchen. Ich habe noch keine gut durchgeführte Analyse der Situation in Lateinamerika gefunden. Und es gibt auch schwache, sehr schwache Regierungen, die nicht in der Lage waren, Ordnung und Frieden zu bringen: Das ist auch ein Grund, warum es diese Situation gibt", so Franziskus wörtlich.

Auf die Zwischenfrage von Alazraki nach konkreten Maßnahmen, da etwa der ehemalige Machthaber Boliviens, Evo Morales, ihn um Vermittlung gebeten habe, antwortete der Papst, dass auch Venezuela um Vermittlung gebeten habe.

"Venezuela bat um Vermittlung und der Heilige Stuhl war immer erreichbar, es besteht eine gute Beziehung. Wir sind da, um zu helfen, wenn es nötig ist. Bolivien hat um etwas Ähnliches gebeten, ich weiß immer noch nicht wie genau, aber das Land hat auch eine Bitte an die Vereinten Nationen gerichtet. (…) Ich weiß nichts über Chile. Brasilien hat es sicherlich nicht getan, aber es gibt auch Probleme. Es ist eine seltsame Sache, ich möchte nicht mehr sagen, denn ich habe das Thema ehrlich gesagt nicht eingehend untersucht."

Finanzskandal und Atomwaffen

Zentrales Thema der Pressekonferenz waren die andauernden Skandale und Vorwürfe um Korruption und Misswirtschaft im Vatikan. Der Papst räumte ein, dass es Korruption gebe, betonte aber, dass es Fortschritte bei deren Bekämpfung gebe.

Auf dem Rückflug aus Japan sprach Franziskus auch über andere Themen: Die Notwendigkeit atomarer Abrüstung – er finde, ein Verbot von Atomwaffen sollte im Katechismus stehen, so der Pontifex – sowie die Risiken nuklearer Stromerzeugung.

Hannah Brockhaus, die den Papst im Flieger begleitete, sowie JD Flynn, Ed Condon und Andrea Gagliarducci trugen zur Berichterstattung bei.

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