Religionsfreiheit in China noch schärfer unterdrückt

Chinesische Flagge
Foto: Daniel Ibáñez / ACI Group
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China wird ab dem 1. Februar weitere neue Beschränkungen für religiöse Gruppen, Organisationen, Versammlungen und Ereignisse erlassen. Das berichtet ACI Prensa, die spanische Schwesternagentur von CNA Deutsch.

Die staatlichen Medien im Land kündigten die neuen Maßnahmen am 30. Dezember an, nachdem die chinesischen Behörden die Katholiken der Erzdiözese von Fuzhou weiter unterdrückt hatten, die sich weigern, sich der Chinesische Katholisch-Patriotische Vereinigung (KPV) anzuschließen.

Laut Angaben der Nachrichtenagentur UCA News bestehen die "neuen administrativen Maßnahmen für religiöse Gruppen" aus sechs Abschnitten mit insgesamt 41 Artikeln; sie kontrollieren alle Aspekte der religiösen Aktivitäten in China und fordern, dass alle Religionen und alle Gläubigen Chinas die Regeln einhalten, die die Kommunistische Partei Chinas erlassen hat, die als höchste Obrigkeit anerkannt werden will.

"Die religiösen Organisationen müssen der Führung durch die Kommunistischen Partei Chinas Folge leisten, die Konstitutionen, Gesetze, Regeln, Verordnungen und Programme befolgen, sich dem Prinzip von Unabhängigkeit und Selbstregierung anschließen, die Anordnungen in Bezug auf die Religionen in China einhalten, die Werte des Sozialismus umsetzen" heißt es in Artikel 5 der neuen Normen.

Artikel 17 legt fest, dass "die religiösen Organisationen die Prinzipien und die Politik der Kommunistischen Partei Chinas verbreiten müssen"; ebenso wird gefordert, dass "das religiöse Personal und die Gläubigen die Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas und das sozialistische System unterstützen und dem Weg des Sozialismus mit chinesischen Eigenschaften folgen."

Weitere Artikel der neuen Maßnahmen bestimmen, dass die religiösen Organisationen "ein Lernsystem einrichten müssen", um die Angestellten in Übereinstimmung mit der Politik der Kommunistischen Partei Chinas auszubilden. Ebenso verlangen die Regierungsbehörden, an der Auswahl der religiösen Vertreter beteiligt zu sein.

Artikel 34 erklärt, dass "ohne die Genehmigung der Abteilung für religiöse Angelegenheiten der Regierung oder Anmeldung beim Amt für zivile Angelegenheiten keine Aktivitäten im Namen religiöser Gruppen durchgeführt werden dürfen." Das bedeutet, dass "Hauskirchen" oder jede Art von Untergrundkirche illegal sind.

Nach der kommunistischen Revolution in China existierten jahrzehntelang sowohl die "Untergrundkirche" in voller Gemeinschaft mit Rom, als auch die Chinesische Katholisch-Patriotische Vereinigung, die vom Staat unterstützt wird, von der Regierung gewählte Bischöfe weiht und sich im Zustand des Schismas befindet.

Im September 2018 wurde ein vorläufiges Abkommen zwischen Peking und Vertretern des Vatikans angekündigt, das darauf abzielte, die Untergrundkirche und die KPV zu vereinen. Wenn auch die Bedingungen des Abkommens vertraulich behandelt wurden, so gibt es der KPV angeblich das Recht, eine Vorschlagsliste mit Kandidaten für die Bischofsämter zu erstellen, aus denen der Papst auswählt.

Seit dem Abkommen wurden die Untergrundkirche und die Bischöfe in China einer Zwangskampagne unterworfen, um sie der KPV anzugleichen. Die Regierung ordnete die Schließung oder Zerstörung einiger Kirchen an, die sich nicht mit der KPV verbinden wollten.

In der Erzdiözese Fuzhou im Südosten Chinas hat die Regierung seit August 2019 mehr als 100 Kirchen geschlossen. Die Maßnahmen begannen, nachdem nur fünf Mitglieder des Klerus an einer “Schulungskonferenz” der Zentralabteilung Vereinigte Arbeitsfront des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und des Staatliches Amtes für religiöse Angelegenheiten teilgenommen hatten.

Die katholischen Kirchen in Fuqing wurden verschlossen und Überwachungskameras installiert, um die Gläubigen fernzuhalten. Fuqing ist der Geburtsort von Pater Lin Yuntuan, dem ehemaligen apostolischen Administrator der Erzdiözese Fuzhou.

Laut Angaben des Onlinemagazins über Religionsfreiheit und Menschenrechte in China Bitter Winter, sieht die Regierung Pater Lin als "charismatische und einflussreiche Figur" an, die die Fusion zwischen der Untergrundkirche und der KPV verhindere.

Ein Priester aus Fuqing erklärte gegenüber Bitter Winter, dass es die Regierung auf die sogenannten "rebellischen Priester" abgesehen habe, die sich weigern, sich der KPV anzuschließen.

Andere Priester sagten, es sei ihnen verboten worden, sich untereinander zu treffen und sie seien Zielscheibe ständiger Schikanen seitens der Regierung.

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