Frankreich: Männer stürmen Kirche während heiliger Messe, nehmen Geiseln, töten Priester

Premier Valls: "Ganz Frankreich und alle Katholiken verletzt" – Entsetzen im Vatikan – Aufrufe zum Gebet

Auch in Europa ist das Christentum offenbar Zielscheibe des Terrors.
Foto: Pixabay
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Zwei bewaffnete Männer haben eine Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvray bei Rouen im Norden Frankreichs während der Feier der heiligen Messe gestürmt. Sie nahmen mehrere Geiseln, darunter zwei Nonnen, und ermordeten den Priester.

Mehrere Medien berichten, die Täter hätten dem Geistlichen die Kehle durchtrennt. Eine weitere Person schwebe in Lebensgefahr. Die Terroristen wurden beim Verlassen der Kirche von Sicherheitskräften erschossen, bestätigte die Polizei. 

Die Art der Ermordung und des Tathergangs deuteten auf einen islamistischen Hintergrund, wurde in den sozialen Medien gemeldet. Dies ist bislang jedoch weder bestätigt noch dementiert.

Die Ermittlungen werden von Anti-Terror-Behörden geführt, heißt es weiter.

Premierminister Manuel Valls verurteilte den "barbarischen Akt" und teilte auf Twitter mit, dass "ganz Frankreich und alle Katholiken verletzt sind. Wir werden zusammenstehen."

Der Vatikan hat die blutige Geiselnahme in einer Kirche in der Normandie scharf verurteilt. "Der Papst wurde informiert und nimmt Anteil am Leid und am Grauen dieser absurden Tat, er verurteilt aufs Schärfste jede Form des Hasses und betet für die Opfer", teilte Vatikansprecher Federico Lombardi mit, so Radio Vatikan.

Der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, bestätigte in einer Stellungnahme, dass es sich bei dem Opfer um den 84 Jahre alten Priester Jacques Hamel handelte. "Ich rufe mit allen Menschen guten Willens Gott an. Ich lade alle Nichtgläubigen ein, mit uns zu rufen", so der Erzbischof, der seinen Besuch des Weltjugendtages in Krakau abgebrochen hat.

Der Erzbischof weiter: "Die katholische Kirche kann keine anderen Waffen nehmen als das Gebet und die Brüderschaft unter Menschen. Ich lasse hier hunderte junger Leute zurück, die die Zukunft der Menschheit sind, die wahren. Ich bitte sie, sich nicht auf die Gewalt einzulassen und Apostel der Zivilisation der Liebe zu werden."

Bereits nach dem Anschlag in Nizza, bei dem ein Islamist 84 Menschen mit einem Lastwagen ermordete, hatten Experten vor einem Bürgerkrieg in Frankreich gewarnt, darunter Geheimdienstchef Patrick Calvar. Das Land befindet sich seitdem in höchster Alarmbereitschaft.