Ruandas Soldaten hindern Pilger an der Teilnahme der Feiern zu Ehren der Märtyrer Ugandas

Eine Gruppe Nonnen am Heiligtum der Märtyrer von Namugongo beim Besuch von Papst Franziskus am 28. November 2015.
Foto: Giuseppe Cacace/AFP/Getty Images
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Die andauernden Spannnungen zwischen Ruanda und Uganda haben auch Auswirkungen auf von Millionen Menschen besuchten Feiern zu Ehren der Märtyrer Ugandas: Rund 200 Pilger aus Ruanda sind von bewaffneten Soldaten an der Einreise nach Uganda gehindert worden, wo sie am gestrigen Montag an einer Wallfahrt zu Ehren der 200 Märtyrer des Landes unterwegs waren.

Das meldet die Nachrichtenagentur "AFP".

Janinah Busingye, eine Beamtin in einer der Grenzstädte Ruandas, sagte der AFP: "Mehr als 200 Ruander, die zum Märtyrertag kamen, wurden vom Militär vom Übertritt nach Uganda gestoppt und zurückgeschickt".

Ein Pilger aus Ruanda erzählte laut AFP, dass die Soldaten sie aus "Sicherheitsgründen" daran gehindert hätten.

Ruanda hindert laut Berichten der "BBC" seit drei Monaten Menschen daran, die Grenze zu Uganda zu überqueren. Die Schließungen sind für Bürger in den grenznahen Städten, die nach Uganda einreisen, um zu arbeiten und Lebensmittel zu kaufen, besonders hart.

Während sich der ugandische Präsident Yoweri Museveni und der ruandische Präsident Paul Kagame bei den jeweiligen Revolutionen ihres Landes gegenseitig unterstützten, hat sich in den letzten Monaten das Verhältnis getrübt. Beide Machthaber werfen dem anderen vor, sich im Nachbarland einzumischen und Bürger zu misshandeln.

Das Fest der ugandischen Märtyrer findet jährlich am 3. Juni statt. Es wird in einem Schrein gefeiert, der an der Stelle errichtet wurde, an der die meisten Märtyrer getötet wurden, etwa 15 Kilometer nordöstlich der Innenstadt von Kampala in Uganda.

Jedes Jahr zieht die Gedenkfeier Millionen von Menschen aus aller Welt an, darunter Kenia, Tansania und die Demokratische Republik Kongo, so "Africa News".

Das Fest der ugandischen Märtyrer ehrt 24 Katholiken, von denen 22 in den jahren zwischen 1885 und 1887 unter König Mwanga von Buganda (heute ein Teil von Uganda) starben sowie zwei weitere Katholiken, die 1918 in Nord-Uganda wegen ihres Glaubens getötet wurden.

23 anglikanische Ugander wurden ebenfalls für ihren christlichen Glauben im gleichen Zeitraum getötet.

In den späten 1800er Jahren betrieben europäische Mächte die Kolonisierung Afrikas. Christliche Missionare strömten mit in diese Gebiete, um die Menschen zu evangelisieren.

Unter den katholischen Missionaren waren die Weißen Väter (benannt nach der Farbe ihrer Gewänder), die heute als "Missionare Afrikas" bekannt sind und in Buganda erfolgreich die Frohe Botschaft verbreiteten.

Einige der katholischen Bekehrten in Buganda arbeiteten am Hof von König Mwanga ein, der zunehmend intoleranter gegenüber dem Christentum wurde, wahrscheinlich aus zwei Gründen: Er sah einmal darin eine Bedrohung für seine Macht, und zum anderen ärgerte sich darüber, dass die jungen Christen seine sexuellen Avancen ablehnten. 

Der erste katholische Märtyrer war Joseph Mukasa Balikuddembe, der am 15. November 1885 enthauptet und verbrannt wurde, weil er Mwanga gebeten hatte, das Leben von James Hannington zu retten. Hannington war ein anglikanischer Bischof, der wegen seiner Missionstätigkeit getötet werden sollte.

Viele der anderen Blutzeugen wurden im Mai des darauffolgenden Jahres getötet. Am 25. Mai wurde ihnen befohlen, einen tagelangen Todesmarsch nach Namugongo zu unternehmen, weil sie sich weigerten, ihres katholischen Glaubens abzuschwören. Mehrere wurden auf dem Weg durch Speerstöße getötet, weil sie sich weigerten, weiter zu gehen, oder weil sie vor Erschöpfung zusammenbrachen.

Einer der Märtyrer, Mathias Kalemba Mulumba, wurde auf besonders grausame Weise getötet. Nach zwei Tagen Marsch weigerte er sich, weiter zu gehen und bat um seine Hinrichtung. Zuerst wurden ihm die Hände abgeschnitten, dann Teile seines Leibes, und dann seine Beine. Seine Henker stemmten den Blutfluss, um einen raschen Tod zu verhindern. Der Blutzeuge starb erst drei Tage später an Dehydrierung.

Die restlichen Märtyrer, die es nach Namugongo schafften, wurden etwa eine Woche lang noch am Leben gehalten: Sie mussten die Instrumente ihrer Hinrichtung - Brennholz und Schilfrohr - selber sammeln.

Dann, am 3. Juni 1886, wurde Charles Lwanga als erster von ihnen gemartert. Er wurde von den Henkern angewiesen, sein eigenes Totenbett aus Brennholz vorzubereiten, und wurde dann in Schilf eingewickelt und verbrannt. Zwölf weitere katholische Märtyrer wurden dann ebenfalls lebendig verbrannt, zusammen mit dreizehn Anglikanern und mehreren anderen Gefangenen.

Drei Jahrzehnte später, im Norden Ugandas, wurden die Katecheten Daudi Okello und Jildo Irwa von einer Gruppe von Angreifern aus ihrer Hütte geschleppt und am 18. Oktober 1918 mit Speerstößen hingerichtet.

Das Zeugnis der Märtyrer bewegt und bestärkt Ugandas Christen bis heute: Die Volksverehrung ist groß, und Charles Lwanga und seine Gefährten wurden am 6. Juni 1920 selig gesprochen. Der seige Papst Paul VI. sprach die Märtyrer am 18. Oktober 1964 heilig. Die beiden Katecheten Okello und Irwa wurden vom heiligen Papst Johannes Paul II. am 20. Oktober 2002 selig gesprochen.

Zu den Wundern, die der Fürsprache der jungen Märtyrer zugeschrieben werden, gehören die Heilung der Beulenpest bei zwei Ordensschwestern sowie die Heilung einer körperlichen Missbildung an den Füßen und Beinen eines kleinen Jungen.

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