Russisch-Orthodoxer Patriarch: Intervention in Syrien hat “Genozid” an Christen verhindert

Patriarch Kyrill I. von Moskau und der ganzen Rus
Foto: Wikimedia / www.patriarchia.ru (CC-BY-SA 4.0)
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Russlands militärische Intervention im Syrien-Konflikt habe einen "Genozid" an Christen im Land verhindert: Das sagte Patriarch Kyrill der Russisch-Orthodoxen Kirche in seinem traditionellen Fernsehinterview zu Weihnachten am 7. Januar mit dem TV-Sender Rossija. Das berichtet "Fides", das Presseorgan der päpstlichen Missionswerke.

Patriarch Kyrill, der auch Primas der Russisch-Orthodoxen Kirche ist, kündigte an, dass seine Kirche nun Gotteshäuser und Klöster wiederaufbauen werde helfen, aber auch Moscheen und historische Denkmäler.

Der Patriarch zog eine Parallele zwischen den jüngsten Ereignissen in Syrien und der Entwicklung im Irak nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein sowie deren Auswirkungen auf die Lage der christlichen Gemeinschaften vor Ort.

"Bereits 2014 war klar, dass die in Syrien begonnenen Konflikte von extremistischen Gruppen geschürt wurden, die, sobald sie an die Macht kommen sollten, die christliche Präsenz in diesem Land beseitigen würden", so der Patriarch laut "Fides". Deshalb hätten Christen Assad und seine Regierung aktiv unterstützt und dabei in Betracht gezogen, dass mit ihm im Land ein gewisses Gleichgewicht der Macht geherrscht habe.

Im Gegensatz zu Syrien habe es nach den jüngsten Entwicklungen im Irak einen drastischen Rückgang der einheimischen Christen gegeben, deren Gemeinden seit der Zeit der Apostel in diesen Gebieten verwurzelt sind.

"Während des Regimes von Saddam Hussein", betont Patriarch Kyrill, "besuchte ich den Irak, einschließlich des nördlichen Teils des Irak, ich war in Mossul, ich besuchte die alten christlichen Klöster: Ich sah die Hingabe der Menschen dort und ihre Freude darüber, dass die christlichen Kirchen in einer muslimischen Umgebung in Sicherheit existieren konnten ... Heute ist praktisch nichts mehr davon übrig: die Klöster wurden zerstört, die Tempel wurden in die Luft gesprengt. Und genau das hätte auch in Syrien passieren können", zitiert "Fides" den Patriarchen.

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