Schwester in Todesgefahr: Missio fordert Außenminister Maas zum Einsatz auf

Schwester Mary John Mananzan, OSB
Foto: Hartmut Schwarzbach / argus via Missio Aachen

Die philippinische Regierung unter Rodrigo Duterte hat Schwester Mary John Mananzan als Terroristin bezeichnet. Dadurch ist die 80-jährige Missionsbenediktinerin in Lebensgefahr geraten, weil Killerkommandos dies als Aufruf zur Tötung verstehen, warnt das katholische Hilfswerk "Missio Aachen" in einer heute veröffentlichten Mitteilung.

"Wir fordern Außenminister Heiko Maas auf, schnellstmöglich Einfluss auf die philippinische Regierung zu nehmen, damit das Leben von Schwester Mary John geschützt wird", so der Missio-Präsident, Pfarrer Dirk Bingener.

Auf den Philippinen hat die autoritäre Regierung Duterte in den vergangenen Jahren katholische Kritiker der staatlichen Menschenrechtsverletzungen direkt oder indirekt bedroht. Nach diesen Drohungen sind nach Informationen von Missio Aachen bisher vier katholische Priester durch Killerkommandos getötet worden.

Zahlreiche Mitarbeiter katholischer Organisationen, darunter auch Ordensfrauen und Bischöfe, befinden sich in akuter Lebensgefahr.

"Die Menschenrechtssituation auf den Philippinen ist sehr prekär. Unter dem Deckmantel der Drogen- und Terrorismusbekämpfung geschehen zahllose außergerichtliche Tötungen. Kritiker und Opposition aus christlichen, muslimischen oder säkularen Gruppen werden eingeschüchtert. Die Regierung Duterte schreckt dabei vor Morden nicht zurück. Diese Menschenrechtsaktivisten brauchen eine stärkere internationale Solidarität", appellierte Pfarrer Bingener.

Ordensfrau mit öffentlichem Profi

Schwester Mary John Manazan ist auf den Philippinen mit eigenen Fernsehsendungen präsent, mischt sich in politische und öffentliche Debatten ein und vernetzt Ordensangehörige in der Menschenrechtsarbeit, so Missio.

Das könnte Sie auch interessieren: