Sparkurs wegen Kirchenaustritten: Pläne für Neubau im Bistum Münster gestoppt

Pfarrkirche St. Marien, Lünen
Foto: Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Weil Kirchenaustritte das Bistum Münster zu einem Sparkurs zwingen, wurde der Neubau eines Verwaltungszentrums mit Priesterwohnung in Lünen nördlich von Dortmund gestoppt.

Das Online-Magazin "Kirche+Leben" berichtete am Mittwoch, die Enttäuschung des zuständigen Pfarrers, Michael Mombauer, halte sich in Grenzen: "Die Kirchenentwicklung lässt uns kaum noch eine andere Wahl."

Der Abriss einer alten Begegnungsstätte habe bereits begonnen. An deren Stelle sollte der Neubau erfolgen. Derzeit sei aber noch unklar, was mit dem Gelände geschehen soll. Statt eines Neubaus solle das alte Pfarrhaus "mit einigen Büroräumen und einer kleineren Dienstwohnung" modernisiert und erweitert werden.

Zum geplanten Neubau sagte der Pfarrer: "Im Raum stehen nun Kosten von rund zwei Millionen Euro. Irgendwann muss man die [Reißleine] ziehen." Die Modernisierung des alten Pfarrhaus werde wohl nur knapp eine halbe Million Euro kosten.

Man werde in Lünen bald weniger als 10.000 Katholiken zählen. "Die Zahl ist deshalb für uns so bedeutend, weil dann das Haushaltsbudget aufgrund sinkender Zuweisungen deutlich sinken wird, möglicherweise um rund 20 Prozent", erklärte Mombauer.

Das Bistum Münster hatte bereits im Juni die Pfarreien angewiesen: "Noch nicht gestartete Baumaßnahmen sollten nach Möglichkeit aufgrund der aktuellen Marktsituation 'ausgesetzt' werden. Neubaumaßnahmen sind bis auf Weiteres nicht genehmigungsfähig."

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