Synodalitätssynode: Patriarch Pierbattista Pizzaballa leitet Prozess im Heiligen Land ein

Erzbischof Pierbattista Pizzaballa
Foto: Cristian Gennari/OESSH

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem hat angekündigt, dass der synodale Prozess zur Synode über Synoalität im Heiligen Land am 30. Oktober gleichzeitig in Israel, Palästina, Jordanien und Zypern eröffnet wird.

Patriarch Pierbattista Pizzaballa hat einen Brief veröffentlicht, der den synodalen Prozess zur Synodalitätssynode im Heiligen Land als eine Gelegenheit der Begegnung und des Zuhörens beschreibt, bei der alle Stimmen gehört werden.

"Im Heiligen Land ... haben wir beschlossen, dass die diözesane Phase der Synode die katholischen Kirchen als Ganzes und nicht getrennt einbeziehen soll. Kurz gesagt, wir werden einen einzigen Weg der Vorbereitung gehen, der für alle unsere Kirchen gleich ist", schrieb Pizzaballa in dem am 15. Oktober veröffentlichten Brief.

Der Patriarch lud die Pfarrer, die Jugendlichen, die kontemplativen Klöster, die Bewegungen, die Migranten und die ausländischen Arbeitnehmer ein, sich an dem lokalen Synodenprozess zu beteiligen.

"Alle, die das Gefühl haben, dass sie etwas zu sagen haben, sollten die Möglichkeit haben, dies zu tun", sagte Pizzaballa.

"Dieser Moment des synodalen Weges darf sich jedoch nicht darauf beschränken, nur über unsere Probleme zu sprechen, denn das würde alles steril und ohne Perspektive machen. Es muss ein Weg sein, der vom Wort Gottes erhellt wird, das immer der Träger des Lebens ist", fügte er hinzu.

Der von Papst Franziskus Anfang des Monats eingeleitete Synodenprozess ist ein zweijähriges, weltweites Unterfangen, in dessen Verlauf die Katholiken ermutigt werden, ihren örtlichen Diözesen Feedback zu geben – die dann in mehreren Phasen bis zur Weltbischofsynode über Synodalität im Jahr 2023 führen.

Eine Synode ist traditionell ein Treffen von Bischöfen, die ein Thema von theologischer oder pastoraler Bedeutung erörtern, um ein Dokument mit Ratschlägen für den Papst vorzubereiten.

Der 56-jährige Pizzaballa, der im Oktober 2020 zum Lateinischen Patriarchen ernannt wurde, hob den Bericht des Evangeliums über das Gespräch Jesu mit seinen Jüngern auf dem Weg nach Emmaus als "Methode" für die Begegnung im Rahmen des Synodenprozesses im Heiligen Land hervor.

"Anstatt theoretische Reden zu halten, ist es hilfreich, zuzuhören und Erfahrungen zu machen, aus denen man lernen kann: Es ist nützlicher, in ein Kloster zu gehen und die Erfahrung des Ordenslebens zu hören, als eine Rede über das Ordensleben zu halten. Es ist einschneidender, die Lebenserfahrung der Gemeindemitglieder im Heiligen Land zu hören, als eine phantastische Theorie über die lokale Kirche aufzustellen", sagte er.

"Ich glaube, dass es in vielen Fällen einen Unterschied macht, wenn man sich sogar physisch von seinem Gemeindehaus, von seinem vertrauten Zentrum entfernt, um einer anderen, unbekannten Realität seiner Kirche zu begegnen."

Piazzaballa wies darauf hin, dass die Eröffnung der lokalen Phase der Synode im Heiligen Land mit dem Hochfest Maria, Königin von Palästina, zusammenfallen wird.

Die Synode wird offiziell um 11 Uhr im gesamten Patriarchat eröffnet, mit Versammlungen in Deir Rafat, dem Heiligtum Unserer Lieben Frau, Königin von Palästina und des Heiligen Landes, sowie der Kirche Unserer Lieben Frau von Nazareth in Swefieh, Jordanien, und der maronitischen Kathedrale von Nikosia auf Zypern.

"Wir sollten von all dem keine dramatischen Veränderungen oder außergewöhnliche Früchte erwarten. Die Früchte kommen immer erst nach einer langen Zeit und wenn man auf dem Feld gearbeitet hat", sagte Pizzaballa.

"Es wäre schon gewinnbringend, wenn die Synode den Beginn einer neuen Art und Weise markieren würde, uns als Gemeinschaft zu finden, in der sich alle als Teil des Lebens der anderen fühlen, vereint in der Person Jesu, dem Herzen unseres Glaubens, der unserem Dasein hier im Heiligen Land einen Sinn gibt und der die Liebe, die unser Leben trägt, nährt und erhellt".

"In der Hoffnung, dass diese von Papst Franziskus begonnene Reise unsere Leidenschaft für die Kirche neu entfacht, bitte ich alle um die Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria, der Gottesmutter von Palästina, damit sie uns auf diesem Weg begleitet", so der Patriarch.

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.