Terror-Versuch: Islamist greift während der Messe katholischen Priester in Indonesien an

Die Kirche von "Santo Yosep".
Foto: ACI/Ciptaz Sembiring

Ein Islamist hat erfolglos versucht, einen Sprengstoffanschlag auf eine katholische Kirche während der Feier der heiligen Messe in Indonesien zu verüben. Der Anschlag ereignete sich in der Gemeinde Sankt Josef in der Stadt Medan, im Norden der Insel Sumatra.

Da seine Bombe nicht explodierte, ging der radikale Moslem mit einer Axt oder einem Messer auf den Priester los. Gläubige konnten ihn jedoch aufhalten. 

Ein Augenzeuge berichtet, dass der Terrorist zwischen anderen Gläubigen in den Bänken der Kirche gesessen habe, als er den Sprengstoff aktivierte, den er in den Morgenstunden des Sonntag mit sich geführt hatte.

Des weiteren gab er an, der Täter habe die Bombe in einem Rucksack versteckt gehabt. Der Sprengkörper explodierte jedoch nicht – und daraufhin zog der Mann aus demselben Rucksack eine Hieb- und Stichwaffe und lief auf den Priester zu, der die heilige Messe zelebrierte und zu diesem Zeitpunkt die Predigt hielt.

Den Gläubigen gelang es, den Angreifer zu stoppen und bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Die Behörden evakuierten die Kirche und führten eine kontrollierte Sprengung der anderen Habseligkeiten des Angreifers durch, für den Fall, dass diese weiteres explosives Material enthielten. Der Priester erlitt nur einige Schnittverletzungen am Arm.

Der Zeuge sagte zur Zeitung Jakarta Post, dass der Angreifer wie üblich Symbole bei sich hatte, die mit dem Islamischen Staat (IS) in Beziehung stünden – und dass beim Eintreffen der Polizei zwei weitere Personen, die sich versteckt hatten, fluchtartig die Kirche verließen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Islamisten in Indonesien angreifen, dem bevölkerungsreichsten islamischen Land der Erde.

Am 14. Januar 2016 attackierten Dschihadisten des IS eine Polizeistation und ein Einkaufszentrum in einem Viertel Jakartas. Acht Personen, darunter vier Terroristen, starben bei dem Angriff in der indonesischen Hauptstadt, mehr als zehn weitere Menschen wurden verletzt.

Sicherheitsexperten vertreten die Meinung, der anti-christliche Angriff sei Teil der Bemühungen des Islamischen Staates, sich in Indonesien durchsetzen.