Vatikansprecher: Geschnitzte Figur im Zentrum der Synode ist nicht Jungfrau Maria

Zwei der nackten Figuren bei der Zeremonie in den Vatikanischen Gärten
Foto: Vatican Media
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Pater Giacomo Costa, ein Sprecher der Amazonas-Synode, hat Behauptungen zurückgewiesen, die Holzfigur einer nackten, schwangeren Frau, die eine zentrale Rolle bei Veranstaltungen der Amazonas-Synode spielt, die Muttergottes sei.

"Es ist nicht die Jungfrau Maria. Wer hat behauptet, dass es die Jungfrau Maria ist?" – so Pater Costa wörtlich am 16. Oktober bei der Pressekonferenz zur Amazonas-Synode.

Die Holzfigur erregte seit ihrem ersten "Auftritt" bei der "Baumpflanz-Zeremonie" in den Vatikanischen Gärten am 5. Oktober für weltweite Irritationen. Dennoch tauchte die Figur sowohl in Kirchen in der Nähe des Vatikans sowie der Synode selbst immer wieder im Rahmen der Aktionen von "Casa Comun" auf – einer Initiative, die Events im Rahmen der Synode veranstaltet.

Spekuliert wurde darüber, ob es Maria sein soll­ – vielleicht als neue Gestalt der bereits bekannten (und anders aussehenden) "Unseren Lieben Frau von Amazonien". Oder ist es eine Götzen-Figur der Umbanda-Religion, die zur "Santeria" gehört, welche der heilige Oscar Roméro als dämonisch bezeichnete? Oder ist eine Darstellung der "Pachamama" einer indigenen Göttin, die ihren eigenen Sohn Inti geheiratet haben soll und als "Mutter Erde" oder "Mutter des Kosmos"  angebetet wird?

Auch peruanische und brasilianische Beobachter der Synode sagten gegenüber CNA Deutsch, sie wüssten nicht, was diese Statue darstellen soll.

Pater Costa wählte, laut einem Bericht der "Catholic News Agency" von der heutigen Pressekonferenz, eine pragmatische Lösung:

"Da gibt es nichts zu wissen. Es ist eine indigene Frau, die das Leben repräsentiert", sagte der Synodensprecher und fügte hinzu, man werde sich nach weiteren Informationen erkundigen, aber diese "weibliche Figur" ­ – die ja unter anderem im Mittelpunkt von Ritualen in den Vatikanischen Gärten stand – sei "weder heidnisch noch heilig".

Paolo Ruffini, der Präfekt des Kommunikationsdikasteriums des Vatikans, sagte am Mittwoch, dass er persönlich die Figur so interpretiere: Sie repräsentiere für ihn "das Leben", so Ruffini, und fügte hinzu: "Basta." Das sei halt so wie mit einem Bild eines Baumes: Der sei auch ein Symbol. Manche Leute würden hier Böses sehen, wo nichts Böses sei.

Gleichzeitig betonte der Präfekt des Dikasteriums für Kommunikation des Vatikans, er spreche weder in seiner Rolle noch für die Synode, sondern als Privatperson. Aber auch er werde sich nun erkundigen, was es mit der Dame auf sich hat, die optisch im Zentrum dieser Synode steht.

Cristiane Murray, stellvertretende Direktorin der Pressestelle des Heiligen Stuhls, fügte hinzu, dass weitere Informationen über die Holzfigur bei REPAM oder den Organisatoren der Veranstaltungen, bei denen das Bild vorhanden war, geben könnte.

Aber Mauricio Lopez, Exekutivsekretär von REPAM, sagte gegenüber CNA nach der Pressekonferenz, dass er die Pressekonferenz nicht kommentieren könne. Stattdessen verwies Mauricio Lopez die Romkorrespondent von CNA zurück an den "offiziellen Sprecher" der Synode, Pater Costa.

Die Gruppe REPAM bezeichnet sich selbst als pan-amazonisches Netzwerk sowie Interessenvertretung für Indigene. REPAM wird sowohl von

Bischofskonferenzen in Lateinamerika unterstützt - als auch von deutschen Hilfswerken, vor allem Adveniat. Das Netzwerk ist an den Arbeiten für die Synodenversammlung beteiligt und ist eine von 14 Gruppen im Organisationskomitee der Initiative "Casa Comun", die mehr als 115 Veranstaltungen fördert, welche wiederum von einem losen Netzwerk von Gruppen organisiert werden, die in unterschiedlichem Maße mit der katholischen Kirche verbunden sind.

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