Zum Auftakt der Amazonas-Synode: Ritual in Vatikanischen Gärten (UPDATE & VIDEO)

Die Zeremonie in den Vatikanischen Gärten am 4. Oktober 2019
Foto: Vatican Media
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Bei einer Veranstaltung in den vatikanischen Gärten am gestrigen Freitag wurden Beobachtern zufolge Darstellungen geschnitzter schwangerer Frauen beschworen, Tänze abgehalten und ein symbolischer Baum gepflanzt. Danach überreichte man dem Papst einen schwarzen Ring.

Während einige Beobachter den Vorgang als heidnisches Öko-Ritual interpretierten, sprachen andere in Antwort auf diese Kritik über eine indigen interpretierte katholische Zeremonie.

Eine Gruppe von Menschen, darunter offenbar einheimische Amazonas-Bewohner in ritueller Schamanen-Kleidung, Europäer in ziviler Kleidung sowie ein Franziskanerbruder, knieten und verbeugten sich im Kreis um Darstellungen von zwei halbnackten schwangeren Frauen und anderen Gegenständen in Anwesenheit des Papstes und Mitgliedern der Kurie, inmitten der Vatikanischen Gärten in Rom. Es habe sich um eine Darstellung von Elisabeth und Maria gehandelt, hieß es nach der Veranstaltung in Antwort auf Fragen, ob auch dies "die Mutter Erde" symbolisiere.

Nachdem er das Ritual gesehen hatte, legte Papst Franziskus seine vorbereiteten Bemerkungen beiseite und entschied sich stattdessen, ohne weiteren Kommentar nur das Vaterunser zu beten.

Die Zeremonie wurde organisiert von der "Globalen Katholischen Klimabewegung", dem Pan-Amazonischen Kirchlichen Netzwerk REPAM sowie dem Orden der Franziskaner.

Gewidmet gewesen sei die Veranstaltung dem heutigen Feiertag von St. Franziskus und der Amazonas-Synode, die am 6. Oktober eröffnet wird.

Die Teilnehmer sangen und hielten Händchen, während sie im Kreis um die Bilder tanzten, in einem Tanz, der dem "pago a la tierra" ähnelt, einem traditionellen "Opfertanz für Mutter Erde", der in einigen Teilen Südamerikas unter indigenen Völkern üblich ist.

Papst Franziskus war an diesen Ritualen nicht direkt beteiligt. Er blieb während der Zeremonie auf einem Stuhl außerhalb der Gruppe sitzen.

Ein Vertreter des Dikasteriums "zur Förderung der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen" erklärte danach: Man sei zur Teilnahme an der Zeremonie eingeladen worden, aber habe diese weder organisiert noch gefördert.

Auch die Katholische Klimagruppe hat sich mittlerweile offenbar zu Wort gemeldet und erklärt, nicht an der eigentlichen Zeremonie-Organisation beteiligt gewesen zu sein.

Bei der Zeremonie  trugen Menschen auch Schalen mit Erde von verschiedenen Orten auf der ganzen Welt mit sich, die jeweils ein anderes politisch aktuelles Thema symbolisierten, vom Umweltschutz bis zur Migration. Die Erde wurde dann an einen Baum aus Assisi gelegt, der als "Symbol der ganzheitlichen Ökologie" gepflanzt wurde.

Auf einer Decke wurden anschließend Obst, Kerzen und geschnitzte Darstellungen platziert, vor denen sich der Kreis der Menschen verbeugte. Dann näherte sich eine Frau in Indianer-Kleidung dem Papst: Sie überreichte ihm einen schwarzen Ring. Auch sie trug einen solchen. Dann bekreuzigten sich beide.

Der Ring, so Beobachter, schien ein "Tucum-Ring" zu sein - ein schwarzer Ring, der in Lateinamerika als Zeichen der Hingabe an bestimmte soziale Anliegen getragen wurde und oft mit dem Befreiungstheologen Pedro Casaldáliga in Verbindung gebracht wird.

Vor der Entscheidung des Papstes, seine vorbereiteten Bemerkungen nicht zu sagen, sprach Kardinal Peter Turkson, Präfekt des Dikasteriums "zur Förderung der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen", über die Schöpfungsenzyklika von Papst Franziskus, Laudato Si.

"Nicht nur, dass sich unsere Umwelt weltweit verschlechtert, es werden auch wenig Anstrengungen unternommen, um die moralischen Bedingungen für eine authentische menschliche Ökologie zu gewährleisten", sagte Turkson wörtlich. Dann sprach der katholische Prälat über Schöpfung, "Chaos" und "Kosmos": Gottes Wort habe das Chaos am Anfang der Schöpfung in einen Kosmos verwandelt.

Courtney Grogan trug zur Berichterstattung bei.

Letztes Update 5. Oktober 2019, 15:40 Uhr mit weiteren Einzelheiten.

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