Während die USA in Syrien Luftangriffe erwägt, fordert Franziskus Frieden

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Nachdem US-Präsident Donald Trump öffentlich Luftangriffe in Syrien in Erwägung gezogen hat – in Reaktion auf einen Chemie-Waffenangriff mit mehreren Dutzend Toten – hat Papst Franziskus Frieden in der Region gefordert.

Per Twitter hatte Trump mehrfach über eine bevorstehende Militäraktion geschrieben, zuletzt betonte er dabei, dass ein solcher "bald oder gar nicht so bald" stattfinden könne. 

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Am Dienstag hatte Russland sein Veto gegen einen von den USA eingebrachten Vorschlag bei den Vereinten Nationen eingelegt, der eine unabhängige Untersuchung des chemischen Angriffs vom 7. April eingeleitet hätte. Das Veto wurde von US-Verbündeten verurteilt.

Im Fall eines Angriffs der USA wird erwartet, dass westliche Verbündete, vor allem Frankreich und Großbritannien, involviert sind. Eine deutsche Beteiligung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgeschlossen.

Russland hat indessen mitgeteilt, dass sein Militär auf solche Luftangriffen mit Vergeltungsschlägen reagieren werde. Ein Konflikt globalen Ausmaßes wäre somit die mögliche Folge.

Deutschland werde alle entsprechenden Aktivitäten im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sowie auch die Arbeit der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen unterstützen. Bei einem Angriff des Regimes von Bashar al-Asad mit einer sogenannten chemischen Fassbombe sollen nach Angaben von Hilfsorganisationen am Wochenende in der Stadt Duma mehr als 150 Personen ums Leben gekommen sein.

Seit März 2011 befindet sich Syrien in einem blutigen Bürgerkrieg, in dem Rebellengruppen gegen die syrische Armee und untereinander kämpfen. Syrien, unter der Herrschaft von Präsident Bashar al-Assad, ist mit der Hisbollah, dem Iran und Russland verbündet.

Die Situation vor Ort in Syrien war katastrophal für die christliche Bevölkerung des Landes. Vor Beginn des Krieges machten Christen rund 11 Prozent der Bevölkerung aus. Seitdem wurden viele aus ihren Häusern vertrieben, besonders als der Islamische Staat in der Region aktiv wurde und viele der Kirchen des Landes im Krieg zerstört wurden. Ein geschätztes Drittel der christlichen Bevölkerung des Landes ist geflohen.

Viele Christen im Land unterstützen Assads Regime, weil dieser sie vor den islamistischen Kräften schützt. In einem Interview im März 2016 sagte Aleppos katholischer Bischof Antoine Audo, er glaube, dass volle 80 Prozent der Christen des Landes Assad bei einer Wahl unterstützen würden. Außerdem sagte der Bischof, dass die syrische Regierung die Christen nicht aktiv verfolgte und dass Christen und Muslime vor dem Krieg jahrelang friedlich zusammen gelebt hätten.

Die Rebellengruppen, die gegen Assad kämpfen, sind größtenteils radikal muslimisch und haben christliche Dörfer angegriffen.

Im April 2017 sollen mindestens 70 Menschen, darunter auch Kinder, in Syrien durch einen tödlichen Gasangriff getötet worden sein. 

In seiner Botschaft vom 1. April betete Papst Franziskus für Frieden in Syrien.

"Wir bitten die ganze Welt um Früchte des Friedens, beginnend mit dem geliebten und lang ersehnten Land Syrien, dessen Volk von einem scheinbar endlosen Krieg erschlagen wird. Möge das Licht des auferstandenen Christus an diesem Osterfest das Gewissen aller politischen und militärischen Führer erleuchten, damit im Lauf der Zeit ein schnelles Ende des Gemetzels erreicht werden kann", sagte der Papst.

Der Papst verurteilte den jüngsten chemischen Angriff während der Messe am 8. April auf dem Petersplatz und sagte, dass "nichts" den Einsatz chemischer Waffen für "wehrlose Menschen und Bevölkerungen" rechtfertigen könne.

"Es gibt keinen guten Krieg und keinen schlechten Krieg", sagte er.

Übersetzt und redigiert aus dem Englischen.

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