"Weiterer Anschlag gegen Christen": Stellungnahme zum Terror in Nizza

Basilique Notre-Dame de l'Assomption, Nice, France.
Foto: Kirill Neiezhmakov/Shutterstock

Die päpstliche Stiftung "Kirche in Not" (Aid to the Church in Need – ACN) ist zutiefst schockiert über den Anschlag eines tunesischen Islamisten auf die Basilika Notre-Dame in Nizza und ruft Politiker und religiöse Führer in aller Welt auf, diesen entschieden zu verurteilen.

Das hat das Hilfswerk in einer Stellungnahme am heutigen Freitag mitgeteilt.

"Kirche in Not verurteilt diesen Ausbruch brutaler Gewalt. Er ist ein weiterer Terroranschlag in Frankreich und ein weiterer Anschlag auf der langen Liste der Verbrechen gegen Christen in der Welt", so ACN-Präsident Thomas Heine-Geldern.  

"Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, den Verletzten, ihren Familien und allen Katholiken Frankreichs. Gleichzeitig fordern wir die politischen und religiösen Führer der Welt auf, diesen islamistischen Angriff entschieden und ausdrücklich zu verurteilen. Wie die französischen Bischöfe geschrieben haben, wurden diese Menschen angegriffen, weil sie eine Kirche besucht haben und weil sie 'ein Symbol darstellten', das zerstört werden sollte."

"Wir haben das Gefühl, dass Christen in Europa heutzutage einem radikalen und tiefgehenden Angriff ausgesetzt sind, der sich an zwei Fronten vollzieht: die eine will die christlichen Wurzeln zerstören und eine rein individualistische Gesellschaft ohne Gott schaffen. Und die andere versucht, einzelne Menschen zu radikalisieren und ein fundamentalistisches System durchzusetzen, indem sie Terror und Gewalt sät und den Namen Gottes und die Religion missbraucht. So haben wir es gestern in Nizza einmal mehr erlebt", so Heine Geldern weiter.

"Wir müssen gegen jede Art von Radikalismus aufstehen und eine entschlossene Antwort geben. Das darf jedoch nicht in Form einer missverstandenen 'Meinungsfreiheit' erfolgen, die dazu führt, dass Symbole des Glaubens oder religiöse Überzeugungen verächtlich und lächerlich gemacht werden. Freiheit ist unser bedeutendstes Recht, aber niemand sollte im Namen der Freiheit die Rechte und religiösen Gefühle des Einzelnen verletzen."

Nach der Ermordung von drei Personen durch einen Islamisten bei einem Terror-Anschlag in der Basilika Notre-Dame in Nizza hat ein Sprecher des Vatikans mitgeteilt, dass der Papst für die Opfer, deren Familien und alle Betroffenen bete.

Um 15 Uhr läuteten in ganz Frankreich die Glocken der katholischen Kirchen für die Toten des jüngsten radikal-islamischen Attentats. Die Bischöfe Frankreichs riefen die Gläubigen im Land zum Gebet auf.

Gleichzeitig teilte der Bischof von Nizza am Donnerstag mit, dass die Gotteshäuser in der Stadt vorerst geschlossen bleiben, um weitere Angriffe von Dschihadisten zu vermeiden.

Präsident Emmanuel Macron verurteilte den "islamistischen Terror-Angriff". Bei dem Täter handelt es sich laut "BBC News" um einen 21-jährigen Mann aus Tunesien, der offenbar im September vergangenen Jahres als "Flüchtling" über Lampedusa eingereist war. Vor einem Monat sei er aus Italien ausgewiesen worden, und daraufhin nach Frankreich eingereist, so die BBC unter Berufung auf Behördensprecher.

Gegen 9 Uhr morgens war nach bisherigem Kenntnisstand am 29. Oktober der Dschihadist unvermittelt mit einem Messer auf Katholiken in der Kirche im Zentrum von Nizza losgegangen. Unter "Allahu Akbar"-Rufen – so der Bürgermeister von Nizza – enthauptete er eine ältere Beterin und erstach den Mesner. Die Polizei konnte den Terroristen schließlich mit Schüssen verwunden und festnehmen. Er werde derzeit in einem Krankenhaus behandelt, melden mehrere Medien.

Die Regierung in Paris löste den höchsten Terror-Alarm aus. 4.000 Soldaten und Polizisten sind zum Schutz von Kirchen und Schulen im Einsatz.

Papst Franziskus sei über die Situation informiert worden und in Gedanken bei der katholischen Gemeinde, so Sprecher Matteo Bruni am 29. Oktober.

Bruni sagte weiter, dies sei eine "Zeit der Schmerzen und Verwirrung". Der Sprecher erklärte: "Terrorismus und Gewalt können nie akzeptiert werden".

Papst Franziskus "betet für die Opfer und ihre Angehörigen, dass die Gewalt aufhört, dass die Menschen sich wieder als Brüder und Schwestern und nicht als Feinde betrachten, damit das geliebte französische Volk, vereint, auf Böses mit Gutem antworten kann", sagte er.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin teilte in einem Telegramm an den Bischof von Nizza, Andre Marcea mit:  

"Informiert über den grausamen Anschlag, der heute Morgen in einer Kirche in Nizza verübt wurde und bei dem mehrere unschuldige Menschen ums Leben kamen, schließt sich Seine Heiligkeit Papst Franziskus im Gebet dem Leid der Familien an, die gelitten haben, und teilt deren Trauer. Er bittet den Herrn, ihnen Trost zu spenden, und empfiehlt die Opfer seiner Barmherzigkeit. Er verurteilt solche gewalttätigen Terrorakte auf das Schärfste und versichert die Katholische Gemeinschaft Frankreichs und das gesamte französische Volk seiner Nähe und ruft sie zur Einheit auf. Er vertraut Frankreich dem Schutz der Muttergottes an und erteilt allen, die von dieser Tragödie betroffen sind, von ganzem Herzen den Apostolischen Segen."

Kardinal Robert Sarah reagierte mit einer Stellungnahme, in der er den Islamismus – anders als die meisten anderen Kirchenvertreter – deutlich beim Namen nannte:

"Der Islamismus ist ein abscheulicher Fanatismus, der mit Kraft und Entschlossenheit bekämpft werden muss. Er wird seinen Krieg nicht einstellen. Leider wissen wir Afrikaner das nur allzu gut. Barbaren sind immer die Feinde des Friedens. Der Westen, jetzt Frankreich, muss dies verstehen. Lasst uns beten. +RS"

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