Wieso Johannes von Gott den Titel "Schöpfer des modernen Krankenhauses" bekam

Der heilige Johannes von Gott, dargestellt von Bartolmé Esteban Murillo (1672)
Foto: Wikimedia (Gemeinfrei)

Er brachte die christliche Errungenschaft der Menschenwürde in der Behandlung kranker Menschen zur Geltung. Seine "Barmherzigen Brüder" sind bis heute weltweit ein führender Orden der Krankenpflege: Am 8. März gedenkt die Kirche des heiligen Johannes von Gott. 

Geboren 1495 in der Nähe Lissabons, verließ er mit gerade mal acht Jahren sein Elternhaus. Er wurde Hirte, Soldat, Buchhändler. Dann hörte er, im Alter von etwa 40 Jahren, in Granada eine so beeindruckende Predigt des berühmten Johannes von Avila, dass er sein Hab und Gut verschenkte. Besorgte Bürger brachten den vermeintlich Geisteskranken in das Königliche Hospital, wo er die Situation der wirklichen Patienten kennenlernte.

Nach seiner Entlassung begann er bald selber damit, Kranke zu pflegen. Bald wurde er für sein heiliges Handeln und seinen selbstlosen Einsatz bekannt und berühmt, fand Unterstützer und Gefährten. Ein beeindruckter Bischof verlieh ihm den Namen "Johannes von Gott". 

Er praktizierte völlig neue Pflegemethoden, bei denen die Zuwendung zum Patienten und sein Einzelschicksal im Mittelpunkt standen und nicht Fesseln mit Handschellen, Exorzismen, Ketten, Peitschenschläge, Schmerzen und Strafe, wie er das an sich selbst erlebt hatte.

Johannes von Gott starb am 8. März 1550, kniend und betend,ein Kreuz in der Hand. Es war sein 55. Geburtstag. Seine Reliquien sind in der nach ihm benannten Kirche in Granada aufbewahrt.

Der von Johannes gegründete Verein übernahm 1572 die Regeln der Augustiner, aus ihm entwickelte sich der Orden der Barmherzigen Brüder.

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