Wird Papst Franziskus ein Dispens für die Heiligsprechung von Adolph Kolping geben?

Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 29. März 2017.
Foto: CNA/Lucia Ballester
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Er ist der neue Nachfolger von Adolph Kolping, und will von Papst Franziskus einen ganz besonderen Dispens für eine Heiligsprechung erbitten: Der zum neuen Generalpräses des Kolpingwkers gewählte Christoph Huber hat angekündigt, dass der katholische Sozialverband Papst Franzisküs überzeugen will, auf die Anerkennung eines Wunders zu verzichten, damit Adolph Kolping bald zu Ehre der Altäre erhoben werden kann.

Huber ist zehnter Nachfolger Adolph Kolpings, der den Verband vor über 170 Jahren gründete und vor 30 Jahren seliggesprochen wurde.

Im Interview mit dem Kölner Sender "Domradio" sagte der Priester, "dass derzeit das dritte medizinische Wunder noch fehlt und wir weltweit danach suchen".

"Wir wollen aber gleichzeitig versuchen, den Papst von einer Dispens überzeugen: Das hieße, dass er auf das dritte Wunder verzichtet und ihn trotzdem heiligspricht. Wir glauben, dass das Vorbild Adolph Kolpings so groß ist, dass man nicht unbedingt ein naturwissenschaftliches Wunder braucht, um die Heiligkeit zu bestätigen", so der Monsignore.

Der gebürtige Bayer Huber ist seit 2010 als Diözesanpräses im Bistum München und Freising sowie als Landespräses im Kolpingwerk Bayern tätig. Nach dem Studium der Theologie in München und einem Praktikumsjahr in Simbabwe wurde er 1998 in Freising zum Priester geweiht.

Seine offizielle Amtseinführung als Generalpräses wird am 4. Dezember, dem Kolping-Gedenktag, mit einem Festgottesdienst in der Kölner Minoritenkirche erfolgen.

Diese Kirche besuchte Papst St. Johannes Paul II am 15. November 1980. Am Grabe Kolpings betete er und sagte: "Solche Leitbilder wie Adolph Kolping brauchen wir für die Kirche von heut"e. Am 27. Oktober 1991 sprach ihn Johannes Paul II. selig. Die Kirche feiert den Gedenktag Kolpings am 4. Dezember.

Stichwort Kolpingwerk

Das Kolpingwerk Deutschland ist nach eigener Darstellung ein Sozialverband mit bundesweit mehr als 215.000 Mitgliedern in 2.286 Kolpingsfamilien. Es ist Teil des Internationalen Kolpingwerkes und des Kolpingwerkes Europa. Im Sinne Adolph Kolpings will der Verband laut seiner Selbstbeschreibung "Bewusstsein für verantwortliches Leben und solidarisches Handeln fördern. Dabei versteht sich das Kolpingwerk als Weg-, Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft".

Schwerpunkte des Handelns sind die Arbeit mit und für junge Menschen, Engagement in der Arbeitswelt, das Zusammenwirken mit und der Einsatz für Familien und für die Eine Welt, so das Werk.

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