Worauf es am Ende ankommt ist, wie wir geliebt haben: Papst Franziskus

Papst Franziskus begrüßt Menschen mit Behinderung bei der Generalaudienz am 15. November 2017
Foto: CNA / Daniel Ibanez

Wenn das letzte Gericht kommt, dann ist entscheidend, wie sehr wir Gott und andere geliebt haben, besonders durch tägliche, konkrete Handlungen der Nächstenliebe gegenüber den Bedürftigsten: Das sagte Papst Franziskus am heutigen Sonntag, dem Christkönigsfest.

"Am Ende unseres Lebens werden wir nach der Liebe gerichtet, das heißt nach unserer konkreten Verpflichtung, Jesus im geringsten unserer Brüder und Bedürftigen zu lieben und ihm zu dienen".

Franziskus weiter: "Jesus wird am Ende der Zeit kommen, um alle Völker zu richten, aber er kommt jeden Tag zu uns auf so viele Arten und bittet uns, ihn willkommen zu heißen."

Der Papst sprach vor dem Angelus-Gebet mit rund 30.000 Menschen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten. Zum heutigen Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Universums hielt der Papst eine Reflexion über das Jüngste Gericht und die "Kriterien" Jesu für den Eintritt in das Himmelreich.

Der Pontifex erklärte, wie Jesus bei seiner Wiederkunft, wenn der Heiland "in göttlicher Herrlichkeit" erscheint, die ganze Menschheit zu sich rufen wird und die Gerechten von den Ungerechten trennt. Und zu den Rechtschaffenen wird Jesus  sagen: "Komm, gesegnet von meinem Vater, nimm als Erbe das Königreich, das seit der Erschaffung der Welt für dich bereit ist."

Der rechtschaffene Christ tut, was Jesus uns lehrt, so Franziskus : "Ich war hungrig und du hast mir zu essen gegeben, ich hatte Durst und du gabst mir zu trinken, ich war ein Fremder und du hast mich nackt empfangen und du hast mich angezogen, krank und du hast mich besucht, ich war im Gefängnis und du kam um mich zu sehen."

Der Papst erinnerte daran, dass, als Jesus mit den Jüngern über das Jüngste Gericht spricht, die Männer von seinen Worten überrascht sind, weil sie sich nicht erinnern, Jesus begegnet zu sein, geschweige denn, ihm auf diese Weise geholfen zu haben. So erklärt Jesus, was er meinte:

"Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25, 40)

"Dieses Wort hört nie auf, uns zu treffen", sagte Papst Franziskus, "denn es zeigt, inwieweit die Liebe Gottes zu uns kommt: bis zu dem Punkt, dass wir mit uns identifiziert werden, aber nicht, wenn wir gesund sind und glücklich sind, Nein, aber wenn wir in Not sind. "

Auf diese Weise enthüllt Jesus "das entscheidende Kriterium seines Urteils", sagte der Papst, "die konkrete Liebe zum Nächsten in Not". Denn unmittelbar darauf sagt Jesus, was dem blüht, der nicht so handelt:

"Dann wird er zu denen auf der Linken sagen: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! (Mt 25, 41)"

Wir sollten die Jungfrau Maria bitten, uns zu helfen, Jesus nicht nur in seinem Wort und in der Eucharistie zu begegnen, fuhr Franziskus fort, sondern "zur gleichen Zeit in den Brüdern und Schwestern, die an Hunger, Krankheit, Unterdrückung und Ungerechtigkeit leiden".

"Mögen unsere Herzen ihn heute in unserem Leben willkommen heißen, denn wir werden von ihm in die Ewigkeit seines Königreichs des Lichts und Friedens aufgenommen."

Nach dem Angelus betete Papst Franziskus auch für die Opfer des neuen islamistischen Terror-Anschlags in Ägypten.

Der Papst erinnerte auch an die Seligsprechung von Schwester Catalina de María Rodríguez, am gestrigen Samstag in Argentinien. Die Selige lebte im 19. Jahrhundert und war zuerst verheiratet. Aber als sie verwitwet wurde, beschloss sie, sich Gott zu weihen und sich der "geistigen und materiellen Fürsorge der ärmsten und verletzlichsten Frauen" zu widmen.

"Wir preisen den Herrn für diese leidenschaftliche Frau des Herzens Jesu und der Menschheit", sagte er.

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