Zu Mariä Himmelfahrt: Vom IS geschändete Kirche im Irak wieder geweiht

Die Kirche in Karakosch bei der Christmette im Jahr 2018, als die Wände noch von verkohlt waren
Foto: AFP/Getty Images
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Eine Kirche, die 2014 vom Islamischen Staat beschädigt und geschändet wurde, ist am gestrigen Donnerstag zur Feier von Mariä Himmelfahrt neu eingeweiht worden.

Die syrisch-katholische Kirchengemeinde in der irakischen Stadt Karakosch begrüßte Erzbischof Petros Mouche von Mosul, sowie Priester und viele Angehörige der örtlichen katholische Gemeinden, um gemeinsam Gott zu danken und den Feiertag zu begehn.

Erzbischof Mouche weihte den Altar der Kirche, der von den Islamisten verbrannt worden war, neu ein. Im Zuge der Reparatur-Arbeiten und Renovierungen war auch das Innere der Kirche, einst schwarz verkohlt durch die gelegten Brände der IS-Kämpfer, wieder weiß gestrichen worden.

Für die Gläubigen sind die Steine dieses Gotteshauses auch lebendiges Zeichen der wiederauferstandenen Gemeinde von einheimischen Christen, sagte Pater George Jahola in einem am 15. August veröffentlichten Interview mit "Vatican News".

"Die Auferstehung Christi ist also die Auferstehung der Gemeinschaft selbst, die weitergeht. Unsere Gemeinschaft hat etwa 800 Familien", erklärte der Priester.

Vor fünf Jahren, am Feiertag der Verklärung Christi, verwüsteten die Extremisten des Islamischen Staat die Stadt Karakosch in der irakischen Nineveh-Ebene. Wer von der einheimischen christlichen Bevölkerung entkommen konnte, ergriff die Flucht.

"Im Jahr 2014 verließen wir unsere Kirchen und unsere Häuser. Die Stadt hatte etwa 50.000 christliche Einwohner", sagte Pater Jahola.

Jetzt ist die christliche Bevölkerung in der Stadt auf die Hälfte reduziert worden: Etwa 26.000 Christen sind nach Karakosch zurückgekehrt, erklärte Jahola.

Wie andernorts auch schändeten die IS-Kämpfer die Kirchen in Karakosch und schmierten mörderische Botschaften auf die verkohlten Kirchenmauern. Die syrisch-katholische Kirche St. Georg wurde als "Bombenfabrik" missbraucht, und als Lager für die Lieferung von tödlicher Chemikalien zur Herstellung verschiedener Waffen und Sprengköpfe. Die Kirche der Unbefleckten Empfängnis wurde nach Angaben von "Kirche in Not" als eine Art Schießstand mit Schaufensterpuppen verwendet.

Die Kirche von Mar Behnam und Mart Sarah war schwarz verkohlt und schwer beschädigt worden. Der Kirchturm wurde komplett abgerissen. "Aber wir haben nie aufgehört, uns vorzustellen, wie schön unsere Kirche sein würde, sobald sie repariert ist", sagte Pater Jahola.

Eine erste Christmette wurde in der Kirche an Weinachten 2018 gefeiert, nachdem der islamistische Terror zurückgedrängt worden war. Damals wurde die Kirche gerade wieder renoviert. Seit diesem Jahr steht auch wieder der Kirchturm: Er wurde neu aufgebaut.

"Wir haben das Wiederaufbauprojekt bereits vor der Befreiung der Stadt begonnen, als wir noch Flüchtlinge waren", sagte der Priester. "Wir haben daran gearbeitet, Häuser und Gemeinden wieder aufzubauen, denn das ist das Gefühl der Zugehörigkeit sowohl zu einer Gemeinde als auch zu einer Gemeinschaft."

Der IS wurde 2017 aus Mossul vertrieben, und die letzte verbliebene Stadt des selbsternannten "Kalifats" in Syrien fiel Anfang dieses Jahres. Doch viele Christen, die vor dem IS-Angriff im Jahr 2014 geflohen sind, sind nicht in ihre Häuser in Mossul und der gesamten, einst christlichen, Region zurückgekehrt.

Denn auch wenn der IS zurückgedrängt worden ist: Die Sicherheit ist alles andere als gewährleistet, wie CNA Deutsch berichtete.

Dabei ist das Christentum in dieser Region viel älter als der Islam, und bereits seit dem ersten Jahrhundert präsent.

"Was wir aus dem Evangelium, vom Herrn gelernt haben, ist, Werkzeuge des Friedens zu sein und auch den Frieden zu leben", betonte Pfarrer Jahola.

"Wir versuchen in jeder Hinsicht, es hier zu realisieren, wo die Mehrheit Muslime sind, wo es noch Menschen gibt, die gegen uns Hass hegen. Wir glauben wirklich an Vergebung und daran, die Vergangenheit hinter uns zu lassen, um in die Zukunft zu gehen", sagte er.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original. 

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