Zum ersten Mal seit Pandemie-Ausbruch: Papst Franziskus tauft in der Sixtinischen Kapelle

Papst Franziskus tauft ein Kind in der Sixtinischen Kapelle am 9. Januar 2021.
Foto: Vatican Media.

Papst Franziskus hat am Sonntag in der Sixtinischen Kapelle zum ersten Mal seit dem weltweiten Ausbruch der Coronavirus-Pandemie Kinder getauft.

Der Papst taufte 16 Kleinkinder am 9. Januar, dem Fest der Taufe des Herrn, ein Jahr nachdem er gezwungen war, die jährliche Veranstaltung aufgrund von COVID-19 abzusagen.

In einer kurzen improvisierten Predigt unter Michelangelos Darstellung des Jüngsten Gerichts sagte der Papst, dass die Kinder in der Taufe ihre christliche Identität erhalten.

Er sagte den Eltern der sieben Jungen und neun Mädchen, dass es ihre Aufgabe sei, die christliche Identität ihrer Kinder zu bewahren.

Am 12. Januar 2020 taufte Papst Franziskus 32 Kleinkinder - 17 Jungen und 15 Mädchen. Am 11. März desselben Jahres erklärte die Weltgesundheitsorganisation COVID-19 zu einer Pandemie.

Im Jahr 2021 erhielten die Neugeborenen, die in der Sixtinischen Kapelle getauft werden sollten, das Sakrament stattdessen in ihren Heimatgemeinden.

Der Papst konzelebrierte am Sonntag mit dem päpstlichen Almonar Kardinal Konrad Krajewski und Erzbischof Fernando Vérgez Alzaga, dem Präsidenten des Governatorats des Staates Vatikanstadt, die Messe.

Im Jahr 2020 feierte der Papst die Liturgie "ad orientem", also mit Blick nach Osten, am ursprünglichen Altar in der Sixtinischen Kapelle direkt unter dem "Jüngsten Gericht". In diesem Jahr jedoch zelebrierte er die Messe "versus populum", also der Gemeinde zugewandt, an einem Altar, der nur wenige Schritte vor dem alten Altar stand.

Während der gesamten Messe wetteiferte der Gesang des Chors der Sixtinischen Kapelle mit den Schreien der Babys.

Wie in den vergangenen Jahren sagte der Papst den Eltern, sie sollten sich keine Sorgen machen, wenn ihre Babys während der Zeremonie weinten.

Das Fest der Taufe des Herrn erinnert an die Taufe Jesu im Jordan durch den Heiligen Johannes den Täufer.

St. Johannes Paul II. begann die päpstliche Tradition der Kindertaufe in der Sixtinischen Kapelle am Fest der Taufe des Herrn am 11. Januar 1981.

Die Zeremonie fand zunächst in der Paulinischen Kapelle des Apostolischen Palastes statt, wurde aber 1983 in die Sixtinische Kapelle verlegt.

Die Veranstaltung war zunächst den Babys der Schweizergarde vorbehalten, wurde aber später auf die Kinder der Angestellten des Vatikans ausgeweitet.

Die Kinder müssen unter einem Jahr alt sein und ihre Eltern müssen kirchlich verheiratet sein. Jedes Kind wird in der Sixtinischen Kapelle von seinen Eltern, Geschwistern und Paten begleitet.

Die Familiengruppen nehmen vor der Zeremonie an einer Generalprobe teil. Während der Zeremonie stellt der Vatikan in einem nahe gelegenen Raum des Apostolischen Palastes Wickeltische zur Verfügung.

 

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.