Zwei Drittel aller US-Bischöfe sind gegen die Weihe weiblicher Diakone

Kardinal Sean O'Malley von Boston weiht Diakone im Petersdom am 29. September 2016
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Einer diese Woche veröffentlichten Umfrage unter Bischöfen in den USA zufolge halten 41 Prozent der Befragten es theoretisch für möglich, Frauen zu Diakonen zu weihen – und 33 Prozent sind der Meinung, dass dies erlaubt sein sollte.

Die vom Center for Applied Research in the Apostolate der Georgetown University (CARA) veröffentlichte Umfrage wurde im September 2018 an 192 Bischöfe verschickt, von denen 108 antworteten. Dies bedeutet einen möglichen Stichprobenfehler von plus oder minus 6,25 Prozentpunkten.

Die Antworten legen nahe, dass acht Prozent der Bischöfe in den USA eine Weihe von Frauen in das Amt des Diakons für möglich halten, aber nicht glauben, dass diese genehmigt werden sollte.

CARA befragte nicht nur Bischöfe, sondern auch die Leiter des Diakonats in US-Diözesen. Von den 186 zur Teilnahme eingeladenen Leitern antworteten 133, was eine Fehlermarge von plus oder minus 4,55 Prozentpunkten bedeutet.

Die Frage, ob sie glauben, dass die US-Bischofskonferenz (USCCB) Frauen zu Diakonen weihen würde, wenn der Vatikan dies genehmigen sollte, bejahten 79 Prozent der Bischöfe und 72 Prozent der Diakonatsleiter.

Allerdings gaben 54 Prozent der Bischöfe an, dass sie dies für ihr eigenes Bistum erwägen würden. 62 Prozent der Leiter der Diakone glaubten, dass ihre Bischöfe dies tun würden.

Nicht einmal ein Drittel – genauer, siebenundzwanzig Prozent – der Befragten glaubt, dass die Kirche die sakramentale Weihe von Frauen zu Diakonen einführen wird.

Grundsätzliche Frage der Rolle von Frauen

Praktisch alle Bischöfe setzen sich dafür ein, dass Frauen in Führungspositionen der Verwaltung dienen können So stimmten 97 Prozent "nachdrücklich" oder "etwas" zu, dass ihre Diözese sich für eine stärkere Beteiligung von Frauen in der kirchlichen Leitungsebenen einsetzt, und 86 Prozent der Diakonen-Leiter bestätigten dies.

Im Jahr 2003 hat eine vom Heiligen Stuhl beauftragte Studie der Internationalen Theologischen Kommission erneut bestätigt, dass es in der Frühkirche keine Weihe von Frauen zu Diakonen gab, jedoch zeitweise ungeweihte, weibliche Diakone.

Das Dokument, das einen gründlichen historischen Kontext der Rolle der Diakoninnen in der alten Kirche lieferte, kam überwältigend zu dem Schluss, dass die weiblichen Diakone in der frühen Kirche nicht den männlichen Diakonen gleichgestellt waren und weder eine liturgische noch eine sakramentale Funktion hatten.

Papst Franziskus hat mit Blick auf diese Frage vor der "Versuchung des Feminismus" gewarnt – wie CNA Deutsch berichtete – und eine weitere Studie in Auftrag gegeben.

Im Juni 2018 stellte Kardinal Luis Ladaria, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre und Leiter der Kommission, klar, dass "der Heilige Vater uns nicht gebeten hat, zu untersuchen, ob Frauen Diakoninnen sein können oder nicht.... sondern [er bat uns], klar und deutlich zu sagen, was die Probleme sind und wie die Situation in der alten Kirche in diesem Punkt des Frauendiakons ist".

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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