Der vor kurzem in deutscher Sprache veröffentlichte erste Band der Predigten, die Papst Benedikt XVI. in kleinstem Kreis als Pontifex und als Emeritus hielt, ist ein wertvoller Begleiter für die bald beginnende Fastenzeit. Er umfasst aber auch die Osterzeit, Pfingsten und den Dreifaltigkeitssonntag. In Bälde sollen in einem zweiten Band auch Predigten zur Advents- und Weihnachtszeit veröffentlicht werden.

Papst Benedikt gehörte zu den besten Predigern der jüngsten Kirchengeschichte – das dürften nur wenige Menschen bestreiten. So ist es bedeutsam, dass er nicht nur vor tausenden, zehntausend, teilweise auch hunderttausenden Gläubigen predigte, sondern auch vor seinen beiden Privatsekretären, den vier Ordensfrauen, die den Haushalt führten, und einigen wenigen anderen Personen, wenn etwa Gäste zugegen waren.

Tatsächlich waren auch diese Predigten in den Jahren von 2005 bis 2017, als die Stimme des emeritierten Papstes zu schwach wurde, sorgfältig vorbereitet, auch wenn er kein Manuskript vor Augen hatte, sondern frei predigte.

Erzbischof Georg Gänswein, der langjährige Privatsekretär von Benedikt, schreibt im Vorwort zu „Der Herr hält unsere Hand“: „Wie sein ganzes Leben, basiert auch jede der hier veröffentlichten Predigten auf der Heiligen Schrift in ihrer Einheit von Altem und Neuem Testament, steht in der Tradition der Väter und der kirchlichen Lehre – und schließt mit einem einfachen Gebet an den Herrn, dass seine Gnade unser Leben verwandeln und uns das Heil schenken möge.“

Pater Federico Lombardi SJ, einst vatikanischer Pressesprecher und zuletzt für die vatikanische Ratzinger-Stiftung verantwortlich, formuliert es in seiner Einleitung ähnlich. Benedikt gehe „von der Heiligen Schrift in ihrer Einheit von Altem und Neuem Testament aus, durchläuft und durchdringt die Tradition der Väter und die Lehre der Kirche, deren Glieder wir sind – und gelangt so zu den heutigen Fragen und Herausforderungen des Glaubens und des Lebens, die er klar und aufrichtig darlegt. Er schließt mit einem einfachen Gebet: einem demütigen, direkten und liebevollen Gespräch mit dem Herrn, dass seine Gnade unser Leben verwandeln und uns das Heil schenken möge.“

„Exegese, Theologie, Katechese und Spiritualität verflechten sich und verschmelzen zu einer Einheit, die den Zuhörer ins Herz des Geheimnisses Christi eintreten lässt“, ja man werde sogar „hineingenommen in eine persönliche Beziehung zu Gott in ihrer ganzen Tiefe und Intensität“.

Insgesamt finden sich 39 Predigten im ersten Band von „Der Herr hält unsere Hand“. Es sei empfohlen, zur Fastenzeit mit der Lektüre zu beginnen – nicht im Sinne einer schnellen Aneignung von Wissen, sondern der ruhigen Betrachtung wichtiger Bibelpassagen.

Papst Benedikt sagte beispielsweise am Ersten Fastensonntag 2014, also im Rahmen seiner ersten Fastenzeit als emeritierter Pontifex, am Ende seiner Auslegung der drei Versuchungen Jesu in der Wüste: „Wenn also das frühe Christentum von der ‚Militia Christi‘ sprach – dem Krieg, den wir kämpfen sollen –, so können wir am Ende sagen: ‚Ja! Es ist der heilige Krieg der Liebe gegen die Kälte des Herzens, und nur so trägt Gott den Sieg davon.‘“

Benedikt XVI.: Der Herr hält unsere Hand. Unveröffentlichte Predigten. Band 1: Fasten- und Osterzeit; Verlag Herder 2026; 272 Seiten; ISBN: 9783451036675; 28 Euro

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