Tacheles zum Synodalen Weg

Synodaler Weg
Foto: Synodaler Weg / Maximilian von Lachner
20 November, 2022 / 9:00 AM

Ein Jurist schreibt ein flottes Buch über den Synodalen Weg in Deutschland und wählt den aussagekräftigen Titel: „Einspruch, Exzellenzen!“ Auf dem Einband des Buches ist klar und deutlich die Position des Autors vermerkt:

Der deutsche Synodale Weg besteht vorwiegend aus Synodalen, einem mehr oder weniger geschlossenen Kreis von ausgewählten Lobbyisten diffuser Glaubensprovenienz, die nicht im Sinne der traditionellen Frömmigkeit Katholiken sind. Bis 2023 pilgern sie auf einem hoffnungslosen Fluchtweg zwischen Himmel und Hölle, denn die Synodalen halten die Hochspannung zwischen Gut und Böse nicht aus. Lieber verleugnen sie den Teufel. Sie versuchen sogar, die Spannung dadurch zu deeskalieren, dass sie den katholischen Kampf gegen die westliche Kultur des Todes aufgeben und alles aufnehmen, was Aufnahme begehrt. Eine Gesellschaft aber, die den Tod protegiert, liegt selbst im Sterben.

Der Jurist deckt auf, will die Wahrheit kennen und macht deutlich, was hinter der Bewegung steht, die sich synodal nennt. Zudem hält er seine Meinung nicht zurück und schreibt, was er davon hält. Thommy M. Schott redet „Tacheles zum Synodalen Weg“.

In einem Interview mit Clara Steinbrecher (Maria 1.0) erzählte der Autor, dass nicht erst seit 2019, dem Beginn des Synodalen Weges, seine „Frustrationsgrenze“ überschritten war. Er hatte bereits viel früher schon festgestellt, dass sich im Grunde „alles um Sex and War“ drehe. Denn es gäbe zwar Menschen, die Priester sein möchten, aber von Keuschheit nichts hielten: „Der zölibatäre Priester soll vom Hof gejagt werden.“

Den Synodalen und Reformern schreibt er mit der Erkenntnis der Psychologie ins Stammbuch: „Wer sich bei jeder Gelegenheit mit dem Opfer identifiziert, gibt vor, die Lösung des Problems in der Tasche zu haben, egal wie die aussieht. Und wer ihrem Lösungsansatz widerspricht, wird als Verleugner des Problems beschimpft und vom Diskurs ausgeschlossen.“

Schott bezeichnet die Vorgehensweise der Modernisierer als alten und durchschaubaren Trick. Und weil sich viel zu wenige Menschen „mit der Scheinheiligkeit der Synodalen“ auseinandersetzten, würde diese Methode auch heute wunderbar funktionieren.

Die Art und Weise der Argumentation des Autors macht dem Juristen Thommy M. Schott alle Ehre. Er entlarvt sowohl die handelnden Personen als auch deren fadenscheinigen Interessen. Sein Plädoyer ist scharf und klar: „Der Reformprozess ist längst entschieden und Stetter-Karp wie Bätzing stellen erneut die deutsche Frage. Wenn Rom fällt, brauchen wir Katholiken eine Enklave, in der wir die Zeiten überstehen.“

Der Autor verbindet wichtige menschheitsgeschichtliche Ereignisse mit denen des Synodalen Weges. Etwa jene des Jahres 1789, als die Französische Revolution 230 Abgeordnete zur Nationalversammlung führte. Diese Zahl muss als wichtiges symbolisches Zeichen erkannt werden, da auch die Synodenversammlung 230 „Abgeordnete“ zählt. Selbstredend sind auch Ideen und Methoden von 1789 für die Chefs der Frankfurter Konferenzen verbindend und beliebt; man beachte nur den Umgang mit Personen, die nicht mehrheitsfähige Positionen vertreten. Hierzu ist die Synodalversammlung im September dieses Jahres bezeichnend.

Ein anderes geschichtliches Ereignis, das von Schott betrachtet und bewertet wird, ist jenes von 1951, als in den USA auf Druck von sogenannten Feministinnen die Pille entstand bzw. von Carl Djerassi entwickelt wurde. Endlich wurde auch, so die Ansicht der Politik, die Weltbevölkerung planbar. Dass die Pille eigentlich zunächst nur die Vermehrung der schwarzen Bevölkerung in den USA reduzieren sollte, war dem Feminismus nur eine Randnotiz wert. Dennoch wurde nun Emanzipation gleichgesetzt mit der sexuellen Freiheit. Die Pille wurde zum Heilsbringer hochstilisiert, denn der Spaß an der Sexualität konnte endlich grenzenlos propagiert werden, da sie in und vor allem außerhalb der Ehe folgenlos bleiben konnte. Die sexuelle Befreiung legte nun richtig los.

Dass sich dies auf die pastorale und katechetische Arbeit der Kirche auswirken würde, war allen klar. Papst Paul VI. und seine Enzyklika Humanae Vitae im Jahr 1968 waren ein Prüfstein, an dem sich besonders liberale Kirchenführer wie Laien echauffierten und abarbeiteten. Der Papst wurde seither oft als „Pillen-Paul“ verunglimpft, weil er sich gegen die neue Moral, die mit der „Antibabypille“ um sich griff, stellte. Nicht verwunderlich war, dass sich insbesondere auch und gerade deutsche Bischöfe hervortaten und sich für eine neue Lehre einsetzten – oder besser, die traditionelle katholische Lehre bekämpften.

Thommy M. Schott setzt nicht nur mit der Sexualität zuzurechnenden Themen auseinander. Sämtliche Initiativen des sogenannten Aufbruchs für die Zukunft der Kirche, die doch in Wirklichkeit einen Abbruch der katholischen Kirche bedeuten, werden behandelt. Aber auch die handelnden Personen werden vom Autor unter die Lupe genommen und analysiert. Manchen von ihnen werden heftig kritisiert und manchmal wird ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt.

Dem FE-Verlag und seinem Geschäftsführer Bernhard Müller ist für den Mut zu danken, dieses Buch verlegt zu haben. Auf dem Buch-Cover wurde ein Stempel zugefügt mit dem Abdruck „Achtung, nur für Katholiken“. Dies trifft es wohl. Denn nur solche werden Freude beim Lesen haben, während die übrigen – nennen wir sie „die Synodalen“ – sicher nicht in Jubel ausbrechen werden.

Thommy M. Schott: Einspruch, Exzellenzen! Tacheles zum Synodalen Weg; FE-Medienverlag 2022; 235 Seiten; 12,80 Euro; ISBN: 978-3863573645

Hinweis: Meinungsbeiträge wie dieser spiegeln allein die Ansichten der jeweiligen Gast-Autoren wider, nicht die der Redaktion von CNA Deutsch.

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