Redaktion - Mittwoch, 2. April 2025, 9:00 Uhr.
In verschiedenen Mainzer Kirchen ist es zuletzt wiederholt zu Vandalismus gekommen. Außerdem seien Fäkalien in Weihwasserbecken und hinter einem Hochaltar gefunden worden. Vor diesem Hintergrund könne es womöglich außerhalb von Gottesdiensten zu einer Schließung mehrerer Kirchen in der Bistumsstadt kommen, berichtete die in Mainz erscheinende Allgemeine Zeitung am Montag.
„In der Pfarrer-Landvogt-Kapelle und hinter dem Hochaltar von St. Peter hat tatsächlich jemand seine Notdurft hinterlassen“, sagte Pfarrer Thomas Winter, der für die Mainzer Innenstadtgemeinden zuständig ist. „Es gibt Menschen, die benutzen die Becken für das Weihwasser als Urinal.“
In der Kirche St. Peter habe es im vergangenen Jahr Randale gegeben. Die Täter hätten „den Deckel des Taufbeckens durch den Kirchenraum geschleudert, Kerzenständer umgeworfen und die Tür vom Beichtstuhl aus den Angeln gerissen“, so der Pfarrer.
Es sei aus finanziellen Gründen nicht möglich, für alle Kirchen eine Aufsicht zu bezahlen. In einer Kirche gebe es aber Ehrenamtliche, die sich dieser Aufgabe annehmen. Ein Obdachloser halte sich häufig in einer anderen Kirche auf und melde entsprechende Vorkommnisse von Vandalismus. Einmal habe er schon einen Täter festhalten können.
Neben einer weiteren Kirche habe er „mehrere Wodkaflaschen“ gefunden, führte Winter aus. Um den Ort sicherer zu machen, habe er für Kosten im Bereich „zwischen 5.000 und 10.000 Euro“ eine Beleuchtungsanlage installieren lassen.
Die Allgemeine Zeitung berichtete: „Pfarrer Thomas Winter ist seit fünf Jahren in Mainz und spüre deutlich eine enorme Verrohung, selbst ihm gegenüber. So würden auch Gottesdienstbesucher heutzutage schnell laut werden, wenn die Fürbitte nicht in ihrem Sinne sei. Noch am selben Tag habe er dann eine Beschwerde auf dem Tisch.“
Mit Blick auf die Kirchen in der Mainzer Innenstadt unterstrich Winter: „Kirchen haben doch für Mainz eine große Bedeutung. Sie sind ein Ort der Stille und der Einkehr. Wir alle müssen auf sie aufpassen.“