Bischof Fürst vor Katholikentag: "Wir müssen uns allen Fragen der Zeit stellen"

Bischof Gebhard Fürst
Bistum Rottenburg-Stuttgart

Zwei Wochen vor dem Katholikentag in Stuttgart hat der dortige Bischof Gebhard Fürst angekündigt, Katholiken sollten sich "allen Fragen der Zeit stellen". Ausdrücklich erwähnte er in diesem Zusammenhang im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur am Dienstag den umstrittenen "Synodalen Weg".

"Die Themen des Reformprojekts Synodaler Weg kommen allein in 30 Veranstaltungen vor", so Fürst über die kontroverse Debattenveranstaltung, die nach Einschätzung von zahlreichen Bischöfen und Theologen ein neues Schisma aus Deutschland riskiert.

 

Dagegen warnte der Stuttgarter Bischof, sich mit weiteren politischen Themen zu beschäftigen: "Katholikentag bedeutet mehr als innerkirchliche Debatten. Wir müssen aufpassen, dass unsere eigenen Fragen nicht die anderen Probleme überdecken."

Das Thema "Klimakatastrophe" sei "in den Hintergrund gedrängt", stellte der Bischof fest. "Aber wenn wir uns nicht darum kümmern, werden wir schuldig, es geht um nichts weniger als das Überleben der Menschheit."

"So wie Frauen zurecht Geschlechtergerechtigkeit einfordern, für so notwendig halte ich Generationengerechtigkeit", sagte Fürst weiter. "Ein weiteres Thema ist die Digitalisierung. Sie bringt an vielen Stellen Fortschritte, aber auch große Probleme mit sich – etwa Hass, Aggression und Lügen im Netz."

Mit Blick auf die Teilnahme anderer Bischöfe am Katholikentag erklärte Fürst, er habe alle eingeladen: "Wer nicht kommt, der hat sich nicht angemeldet – ausgesperrt wurde niemand."

Der Bischof sagte, er wünsche sich, dass die Teilnehmer am Katholikentag "als Christen wahrgenommen werden, die glauben, dass Tod und Hass nicht das letzte Wort haben, dass wir mit Hoffnung in die Zukunft blicken und dass wir als Christen einen guten Beitrag zu dieser Zukunft leisten können".

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