Paderborner Diözesanadministrator fragt, wie Synodaler Weg und Rom zusammenkommen können

Monsignore Michael Bredeck
Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

Der Paderborner Diözesanadministrator Msgr. Michael Bredeck, der nach dem Rücktritt von Erzbischof Hans-Josef Becker für das Erzbistum verantwortlich ist, hat konstatiert: „Wenn man die Texte des Synodalen Weges und die Stellungnahmen der Kardinäle miteinander vergleicht, ist es für mich derzeit offen, wie das zusammenkommen kann.“

Beim ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe im November in Rom hatten besonders die Kardinäle Luis Ladaria SJ vom Dikasterium für die Glaubenslehre und Marc Ouellet PSS vom Dikasterium die Bischöfe den deutschen Synodalen Weg und die dabei beschlossen Kehrtwenden in der überlieferten kirchlichen Lehre scharf kritisiert.

Dennoch sagte Bredeck im Gespräch mit der Paderborner Kirchenzeitung, die Situation sei nicht ausweglos, „aber eben sehr herausfordernd. Da stehen grundsätzlichste Fragen zur Debatte.“

„Irgendwann wird es vermutlich ein Konzil geben“, spekulierte der Diözesanadministrator. „Im Moment können wir nur das tun, was geht: Ich werde mich mit den Weihbischöfen auf die Synodalversammlung vorbereiten, wir werden in Frankfurt teilnehmen und dann gucken wir, was wir im Erzbistum auf den Weg bringen können. Das können wir hoffentlich zusammen mit anderen Bistümern tun.“

Viel mehr könne man derzeit indes nicht machen: „Einfach bruchlos planen kann man den Prozess jedenfalls nicht.“

Zum Thema Synodalität, das Gegenstand eines mehrjährigen synodalen Prozesses ist, der von Papst Franziskus lanciert wurde und noch bis Herbst 2024 andauern soll, sagte er: „Das ist eine Kirche, in der möglichst viel gemeinsam besprochen, beraten und entschieden wird, eine Kirche, in der versucht wird, gemeinsam auf Gott zu hören, etwa in Stille oder im Bibelteilen. Das wäre eine synodale Kirche und nicht eine, in der einige wenige sagen, wo es langgeht. Eine Kirche, in der im Rahmen des Möglichen realistisch wirklich gemeinsam beraten und im Gebet auch vor Gott reflektiert und dann entschieden wird.“

Synodalität und Hierarchie müssten sich dabei ergänzen: „Das hierarchische Prinzip heißt nicht, dass der Amtsträger alleine und exklusiv zu sagen hat. Und zugleich lässt sich die katholische Kirche nicht ohne Hierarchie denken, also ohne das Amt.“

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