Bischof Hanke: „Erneuerung unseres Herzens“ kommt vor „Veränderungen“ von Strukturen

Bischof Gregor Maria Hanke OSB
screenshot / YouTube / Bistum Eichstätt

Bei der Weihe eines nebenberuflichen Ständigen Diakons hat Bischof Gregor Maria Hanke OSB erklärt, vor „Veränderungen“ von Strukturen innerhalb der Kirche in Deutschland, wie sie vielfach gefordert werden, komme eine „Erneuerung unseres Herzens“.

„Viele der derzeit geforderten Veränderungen von kirchlichen Strukturen und Profilen des Amtes“ seien „noch keine Garantie für einen neuen Geist“, betonte der Bischof von Eichstätt am Samstag. „Als erstes muss die Erneuerung unseres Herzens im Geiste Jesus stehen. Diese Erneuerung wird uns den Weg weisen.“

„Verwirklichen wir die weitere Berufung zur dienenden Liebe nicht, degenerieren wir zu Bürokraten, zu Strategen oder zu lebensfernen Kultdienern“, warnte Hanke, der zu den deutlichsten Kritikern des deutschen Synodalen Wegs gehörte und als einer von vier Bischöfen die gemeinsame Finanzierung durch die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) für die Fortsetzung des Prozesses unter dem Namen Synodaler Ausschuss blockierte.

Den zu weihenden Diakon verwies Hanke auf die „DNA des Weihesakraments“, nämlich „die Liebe, die dient“. Dann fügte er hinzu: „Der Diakon, der Priester, der Bischof muss die Herde des Herrn mit und aus Liebe weiden. Es soll eine Liebe sein, die von Herzen kommt, wenn sie der Liebe des Herzens Jesu ähnlich sein soll.“

„Mit Herzensliebe hat der Geweihte seinen Dienst zu tun“, so der Bischof weiter. „Ohne eine solche Liebe dient er nicht, er verwaltet vielleicht, er wirkt als Angestellter oder als Bürokrat.“

„Nicht menschliche Kraft, nicht Stellung und Position, nicht einmal Kompetenz alleine, die gewiss zum Dienst gehört, nicht kirchenpolitische Positionierung garantieren die Wirksamkeit des Geweihten, sondern die Macht der Liebe“, erklärte der einstige Abt von Plankstetten, der seit inzwischen rund 17 Jahren für das Bistum Eichstätt verantwortlich ist. „Unsere menschlichen Kräfte wären angesichts der Vielfalt der Aufgaben und Herausforderungen und auch der Konflikte, die im Alltag da sind, schnell erschöpft und kämen an ihr Ende.“