Neue Chefin von katholischem Frauenverband für weibliche Priester

Anja Karliczek
Harald Oppitz / KDFB

Anja Karliczek, die neue Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), hat sich für die weibliche Priester ausgesprochen. Die CDU-Politikerin ist sei 2013 jeweils per Direktmandat Mitglied des Bundestags und war von Anfang 2018 bis Ende 2021 Bildungs- und Forschungsministerin.

„Ich glaube schlicht und einfach, dass Frauen es genauso gut können wie die Männer“, sagte Karliczek im Gespräch mit dem Kölner Domradio, als sie auf das Thema Frauenordination angesprochen wurde. „Und am Ende ist es ja so, das ist ja auch schon vor vielen Jahren mal festgehalten worden, dass gerade für die Kirche ja auch gilt, dass nicht der Zugang zum Weiheamt begründet werden muss, sondern der Ausschluss muss begründet werden.“

Sie sei „felsenfest davon überzeugt, dass Vielfalt an dieser Stelle, gerade was Sichtweisen, Denkweisen und am Ende auch Handlungsweisen innerhalb der katholischen Kirche angeht, noch niemals geschadet hat, wenn man das zulässt. Und gerade auch bei Sachdiskussionen, bei Reformdiskussionen und auch Reformprozessen, die natürlich vor uns liegen, wenn sich Gesellschaft so stark verändert, wie wir das gerade erleben, dass wir an dieser Stelle gut beraten sind, weiter dafür zu kämpfen, dass diese Vielfalt am Ende einen besseren Prozess macht.“

Papst Johannes Paul II. hatte verbindlich erklärt, die Kirche habe keine Vollmacht, Frauen zu weihen. Zuletzt hatte Papst Franziskus diese Lehre bekräftigt.

Karliczeks Vorgängerin als KDFB-Präsidentin, Maria Flachsbarth, war von 2002 bis 2021 für die CDU im Bundestag. Als im Jahr 2017 die gesetzliche Einführung der gleichgeschlechtlichen „Ehe“ eingeführt wurde, war Flachsbarth – anders als Karliczek – als KDFB-Präsidentin dafür: „Wir setzen uns für das Gelingen von auf Dauer, in Liebe zueinander und Sorge füreinander angelegten Beziehungen in einer diskriminierungsfreien Gesellschaft ein. Die rechtliche Gleichstellung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft ist ein Ausdruck von Gleichberechtigung und Verantwortung, die Menschen gleichen oder unterschiedlichen Alters und Geschlechts füreinander übernehmen.“

Karliczek hatte gegen die gleichgeschlechtliche „Ehe“ gestimmt und erklärt, es sei „es sei ein Fehler gewesen, gesellschaftliche Strukturen ‚mal eben so im Federstrich‘ zu verändern“, wie n-tv Ende 2018 berichtete. „So, wie wir es gemacht haben, hat es eher für Polarisierung gesorgt. Wir verschieben eine ganze Gesellschaft und reden gar nicht richtig darüber.“

Über das Thema der vorgeburtlichen Kindstötung – Flachsbarth hatte sich hier als Aktivistin für die Abtreibungsorganisation „She decides“ profiliert – sagte Karliczek im Jahr 2018: „Für mich persönlich wäre eine Abtreibung auch nie infrage gekommen. Wir nehmen, was Gott uns schenkt, haben mein Mann und ich immer gesagt. Aber diesen Maßstab kann ich nicht per Gesetz für 80 Millionen Menschen im Land verbindlich machen. Letztlich muss jede Frau für sich entscheiden.“