Bistum Münster initiiert größere Beteiligung von Laien an Wahl künftiger Bischöfe

St.-Paulus-Dom in Münster
Dietmar Rabich / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0 Deed)

Im Bistum Münster sollen Laien bei der Wahl künftiger Bischöfe stärker beteiligt werden. Ein entsprechendes Konzept wurde bei der Sitzung des Diözesanrats am Freitag vorgestellt.

Konkret erklärten die Domkapitulare Antonius Hamers – der auch für das Katholische Büro Nordrhein-Westfalen verantwortlich ist – und Stefan Sühling: „Wir möchten die Beteilung von Laien an der Bestellung des Diözesanbischofs von Münster stärken, soweit es die kirchenrechtlichen Bestimmungen und das sogenannte Preußenkonkordat, das die Wahl regelt, zulassen.“

Wie bisher solle in einem ersten Schritt eine Befragung der Mitglieder der Gremien erfolgen. Das Domkapitel werde sodann – und das ist neu – den Diözesanrat als das oberste synodale Gremium des Bistums bitten, 16 Mitglieder zu benennen, die mit den 16 stimmberechtigten Mitgliedern des Domkapitels über den künftigen Bischof beraten werden.

„Dabei soll nach Aussage von Hamers und Sühling zunächst über das notwendige Profil gesprochen werden, ehe auch konkrete Namensvorschläge diskutiert werden sollen“, berichtete das Bistum Münster über die Sitzung des Diözesanrats. „Auf Grundlage dieser Beratungen stellt das Domkapitel dann die Liste zusammen, die an den Apostolischen Nuntius, das ist der Botschafter des Papstes in Deutschland, geht.“

Die beiden Domkapitulare erklärten: „Zwar dürfen wir die Laien an der Erstellung der Liste nicht unmittelbar beteiligen, aber wir würden das Verfahren nicht in dieser Form einführen, wenn uns die Einschätzungen der Laien nicht wichtig wären.“

Das Konkordat sieht vor, dass der Nuntius die Namensvorschläge an die zuständigen Stellen im Vatikan schickt, der wiederum eine Liste mit drei Namen, Terna genannt, an das Domkapitel übergibt. Aus dieser Dreierliste wählt das Domkapitel den nächsten Bischof.

Der deutsche Synodale Weg hatte mit deutlicher Mehrheit auch der Bischöfe beschlossen, Laien stärker an der Bischofswahl der jeweiligen Diözesen zu beteiligen. Inzwischen haben mehrere Diözesen derartige Prozesse initiiert.