Deutsche Kirchenvertreter haben vor UN-Klimagipfel klare Forderungen

Logo der UN-Klimakonferenz in Dubai
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Mehrere Vertreter der Kirche in Deutschland haben vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Dubai am Dienstag erklärt: „Naturkatastrophen und Temperaturrekorde führen uns weltweit vor Augen, dass in den letzten Jahrzehnten viel zu wenig getan wurde.“

Die Erklärung wurde verfasst vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, der Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, und dem Vorsitzenden der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK), Bruder Andreas Murk OFMConv.

„Welche zusätzlichen Anstrengungen zum Schutz von Klima und Umwelt nötig wären, legen zahlreiche wissenschaftliche Studien dar. Die Dringlichkeit des Handelns bekräftigt auch Papst Franziskus durch sein Apostolisches Schreiben Laudate Deum“, hieß es weiter.

„Bislang klafft bei der Emissionsreduktion eine große Lücke zwischen Zielsetzung und Umsetzung“, beklagten die Vertreter der Kirche in Deutschland. „Dabei sind wir alle in der Pflicht, die Schöpfung zu bewahren und unseren Planeten zu schützen. Die Natur darf nicht einfach als Mittel für unseren Wohlstand missbraucht werden. Letztlich sägen wir an dem Ast, auf dem wir selbst sitzen, wenn wir Natur und Klima bedenkenlos zerstören.“

„Damit alle Menschen jetzt und in Zukunft selbstbestimmt leben können, brauchen wir intakte Ökosysteme“, betonten Bätzing, Stetter-Karp, Welskop-Deffaa und Murk. „Diese können allein in internationaler Zusammenarbeit und Solidarität erhalten und – wo nötig und möglich – wiederhergestellt werden. Dafür müssen wir endlich den Ausstieg aus allen fossilen Energieträgern wirksam angehen und die Beendigung ihrer Subventionierung verpflichtend beschließen.“

„Der Schutz des Klimas kann nur gelingen, wenn alle Länder weltweit gleichberechtigt in ihren Kompetenzen anerkannt und in die Lage versetzt werden, ihren Teil beizutragen“, hieß es außerdem. „In der Klima- und Energiepolitik haben afrikanische Länder ein großes Potenzial, zum Vorbild und zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt zu werden. Die wirtschaftlich starken Staaten dieser Erde müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und diese Länder tatkräftig unterstützen, zum Beispiel durch die Ausweitung der ‚Just Energy Transition Partnerships‘.“

„Alle Menschen guten Willens sind aufgefordert, ihre Verantwortung wahrzunehmen“, so das Schlussplädoyer der Kirchenvertreter. „Das globale Gemeinwohl muss jetzt unsere oberste Priorität sein!“

Papst Franziskus hatte seine geplante Reise zur UN-Klimakonferenz in Dubai am Dienstagabend auf Anrater seiner Ärzte abgesagt.

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