Bischof Timmerevers fordert Beschäftigung mit sexueller Vielfalt in kirchlichen Schulen

Bischof Heinrich Timmerevers
screenshot / YouTube / Bistum Dresden-Meißen

Bischof Heinrich Timmerevers hat sich bei einer Fachkonsultation zum Umgang mit der Vielfalt sexueller Identitäten in Leipzig für mehr Sensibilität in diesem Themenbereich ausgesprochen.

„Der heutige Austausch war ein wichtiger Schritt auf dem Weg einer neuen Sensibilität im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt. Wir bleiben als Kirche Lernende, aber setzen zugleich alles daran, unsere kirchlichen Orte zu Räumen der Anerkennung Menschen jeglicher sexuellen Identität zu machen“, unterstrich der Bischof von Dresden-Meißen und Vorsitzende der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) die Bedeutung der Veranstaltung.

„Schulen in kirchlicher Trägerschaft sollten künftig daran erkannt werden können, dass sie dem Thema Raum geben, sich mit der eigenen Sexualität zu befassen“, sagte Timmerevers außerdem, wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtete.

Und weiter: „Ich bin überzeugt: Dafür braucht es Begegnungen wie die heutige, denn Begegnung schafft Veränderung. Jede Form von Ausgrenzung muss überwunden werden. Das ist eine Schlüsselhaltung für mich geworden.“

An der eintägigen Fachkonsultation, die gemeinsam vom Institut für Christliche Sozialwissenschaften der Universität Münster, dem Berliner Institut für christliche Ethik und Politik der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin und der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen organisiert wurde, nahmen etwa 40 Experten aus verschiedenen Bereichen teil.

Kernthema des Treffens war eine empirische anonyme Online-Befragung, die von Juni bis September 2023 durchgeführt wurde und an der 1998 Personen teilnahmen, darunter Schulleiter, Lehrer, Schüler, Schulsozialarbeiter und Elternvertretungen.

Die Ergebnisse der Umfrage deuteten darauf hin, dass das Thema der sexuellen Identität vor allem unter Schülern diskutiert werde, während es an Schulen in kirchlicher Trägerschaft weniger als Diskriminierung, sondern vielmehr als Tabuisierung wahrgenommen werde.

Die Deutsche Bischofskonferenz unterstützt das Forschungsprojekt, das in den kommenden Monaten weitere Fachkonsultationen zu humanwissenschaftlichen und theologischen Themen umfassen wird, um eine Orientierungshilfe mit Handlungsempfehlungen zu erstellen.

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